Von der grossen Freiheit, hündischen Sklaven und kuriosen Verboten...

Das Leben wie Chien in Frankreich hat ziemlich extreme Gegensätze, und das spiegelt sich auch in einem sehr légèren Umgang mit Hunde-Hinterlassenschaften und nur schwer nachvollziehbaren Vorschriften wie Hunde-Badeverboten, die kein Franzose wirklich ernst nimmt.

Vielleicht geht es uns Vierbeinern in ZüriWest besser als man denkt, trotz aller Querelen, dem Verkehr und dem Beton!

Hier in Züri West West West – also in der Bretagne – gibt es nämlich nur zwei Sorten von Hunden: Die Herrenhunde von Bauernhöfen und Landsitzen, die sich völlig frei bewegen und auch gern mal bei der „Pêche à pied“ im Watt dabei sind, wo ihre Zweibeiner mit Fingern im Sand stochern und Muscheln „fangen“

(siehe http://www.youtube.com/watch?v=McNmZIyoSbo).

Es ist ein tolles Erlebnis, diesen Freigängern zu begegnen und mit ihnen zu kommunizieren!

Hier trifft man die interessantesten Typen mitten auf der Strasse! Salut, comment vas-tu aujourd’hui?

Und dann die anderen, die Sklavenhunde, die armen Kreaturen: Sie sind immer an der kurzen Leine, und wenn mal nicht, werden sie sofort angeleint, wenn ein anderes Hundewesen am Horizont auftaucht. Sie werden konsequent und meist ziemlich brutal von allem weggezerrt, was einen Vierbeiner interessieren könnte... mich beschleicht der Verdacht, dass die Zweibeiner hier gar nicht wissen, was ein Vierbeiner ist.

Dafür können wir uns erleichtern, wann und wo immer wir wollen – in den grossen Städten sorgen zwar drakonische Strafen für erstaunliche Sauberkeit, aber hier in der Provinz?

Darauf angesprochen erklärte uns eine vornehme Dame: „C’est la nature!“ und mit einem nachsichtigen Lächeln spazierte sie ganz ungeniert von dannen.

„Interdit aux animaux de companie chien chats de 9H à 20H Arrêté Municipal du 15.2.04“

Die Behörden versuchen sich für die Badegäste gegen die „Tretminen“ zu wehren, indem sie die Strände von 9 bis 20 Uhr für Haustiere sperren. Was für eine geniale Idee: Da werden wir Vierbeiner zu nachtschlafender Zeit an menschenleeren Stränden Gassi geführt, damit am nächsten Morgen für die Touristen alles angerichtet ist?!?

Alles halb so schlimm – hier hält sich sowieso kein lebendes Wesen an solche kuriosen Verbote.

Bin weder schwarz noch wirklich langbeinig: Augen zu und durch – oder einfach gar nicht ignorieren!

Und jetzt entschuldigt mich bitte – hab grad ein tête à queue mit meinem neuen Freund Duke vom Pors Scaff im Watt vor dem Guermel...

Also wow und ciao de la Bretagne!

Ihre/Eure Lady Banana

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