Velohighway

Ein Velohighway mitten durch den Kreis 5 - Eine gute Idee, doch die geplante Streckenführung ist nicht durchdacht.

Wie in den Medien zu lesen war, planen Anwohner und linke Politiker eine Velobahn durch den Kreis 5. Auch die Organisation Pro Velo unterstützt das Vorhaben. Lanciert wurde die Idee von Christoph Gysi, dem Präsidenten der Vereinigung Kulturmeile Zürich West.

Velobahn heisst, dass Fahrräder vom Bahnhof bis zur neu entstehenden Hochschule der Künste, d.h. über die gesamte Josefstrasse entlang stets vortrittsberechtigt wären.

Zu bedenken ist allerdings, dass die vorgestellte Route genau über den Röntgenplatz führt, welcher glücklicherweise seit vielen Jahren autofrei und somit verkehrsberuhigt ist. Morgens und abends ist er auch ein "Verkehrsknotenpunkt" für Schüler und Kindergärtler auf dem Weg in die Schule, bzw. nach Hause und im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.

Schon heute gibt es ab und an Konflikte zwischen rücksichtslosen, weil rasenden, Velofahrern und Fussgängern. Insbesondere für kleine Kinder und alte Menschen sind solche Situationen nicht ungefährlich. Sollte nun eine Velobahn quer über den Röntgenplatz verlaufen, wären weitere Konflikte und/oder Unfälle vorprogrammiert.

Auf dass mich keiner falsch versteht: Ich bin für einen zügigen Veloverkehr und ich finde auch, dass Kinder lernen müssen auf jeglichen Verkehr (Auto und Velo) zu achten. ABER: Das müssen sie heute schon auf 99.99% der öffentlichen Fläche! BITTE lasst uns den Röntgenplatz als einen der letzten Freiräume, auf welchem sich die Kinder einigermassen frei bewegen können.

ALTERNATIV könnte die Velobahn ja genausogut der Heinrichstrasse entlang geführt werden!

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  • . Haemmerli 18.1.2012 15.51 Uhr

    Was für ein Gejammer! Ein Velohighway, bloss weil es eine durchgehende Verbindug wäre. Wird ein Veloweg genügend signalisiert, dann gibt es auch keine Konflikte. Und der Röntgenplatz ist weiss Gott gross genug, dass man dort noch ein Stückchen für Velos aussondern kann.

  • Michael Gohlke 18.1.2012 16.54 Uhr

    Ja Hämmerli
    nach dem Gejammer, nun die beleidigte Leberwurst :-)
    Nein, im Ernst, das kann ich so nicht stehen lassen. Ob es sich bei meinem Beitrag um Gejammer handelt oder nicht, sei einmal dahingestellt, aber mir scheint, du hast nicht genau gelesen was ich geschrieben habe, denn
    a) jammere ich nicht, sondern mache auf mögliche Konflikte aufmerksam
    b) übe ich konstruktive Kritik. Konstruktiv deshalb, weil ich neben der Kritik auch einen Vorschlag mache (auf welchen du im Übrigen nicht eingegangen bist). Warum nicht Heinrichstrasse? Was spricht denn deiner Meinung nach dagegen?
    c) Kinder unter drei Jahren (und von denen wuseln gerade im Sommer jede Menge auf dem Röntgi) können auch mit genügend signalisierten Velowegen mitten über oder am Rande eines Platzes gar nichts anfangen.
    d) Ja, der Röntgi ist gross, aber die Josefstrasse quert ihn komplett. Wie willst du da ein "Stückchen" für die Velos aussondern?
    e) Das Problem sind ja gar nicht die Velofahrer. Die hat es ja jetzt schon. Das Problem ist, dass wenn die Velofahrer eine (egal wie gut signalisierte) vortrittsberechtigte Bahn bekommen, sie eben gegenüber den Fussgängern (notabene Kleinkindern) auch im Recht sind und sich entsprechend verhalten werden.
    f) Den Begriff "Velohighway" habe nicht ich erfunden. Gib ihn mal im Google ein und du wirst lesen können, dass es eben nicht nur um eine durchgehende Verbindung geht, sondern...

  • Susanna Hübscher 18.1.2012 17.48 Uhr

    aber ist denn die durchquerung des röntgenplatzes nicht schon nur aus velobahntechnischer sicht irgendwie idiotisch? oder finden sich auf schwester autobahn auch plötzlich kreisel wo kinder tollen, sich grosis in zeitlupe fortbewegen oder besoffene unvorhersehbar mäandrieren? da sind nicht nur hysterische mütter oder väter und zur strecke gebrachte greise vorprogrammiert sondern auch des velobahnfahrers frust. die einzige lösung ist eine velobahnüberfürhung, wo hunde praktischerweise auch gleich obenrum über den röntgenplatz hinweggebracht werden könnten.

  • Urs Helfenstein 18.1.2012 19.58 Uhr

    ich pflichte michael gohlke bei. wenn schon velobahn, dann auf der achse konrad/heinrichstrasse. läuft man die beiden strassen mal zu fuss ab, sieht man auf der josefstrasse viel mehr rampen inklusive dem röntgenplatz, wo ich wenig freiraum für eine beiseitige velospur auf der josefstrassenseite sehe. ich teile grundsätzlich die meinung, dass der veloverkehr und dazugehörige signalisationen in der stadt ausgebaut werden sollten - aber ausgerechnet durch den röntgenplatz, einem wahrzeichen der verkehrsberuhigung? bin ich mal nicht zu fuss, sondern mit dem fahrrad unterwegs, versuche ich den röntgenplatz meistens zu umfahren oder wenn schon, dann im schritttempo zu durchqueren.

  • beat brunner 19.1.2012 08.51 Uhr

    Autobahnen haben im Kreis 5 nichts verloren, auch keine Veloautobahnen. Ich bin gerne schnell mit dem Velo unterwegs, und das ist vom Hauptbahnhof zum Maag Areal auch bereits gut möglich. Allerdings nicht auf der Josefstrasse, da hat Urs Helfenstein absolut Recht, diese Streckenführung ist völlig ungeeignet, insbesondere das Stück zwischen Langstrasse und Röntgenplatz mit vielen Querstrassen, wenig Platz und zahlreichen, langsam fahrenden Autos ist auch für Velos eine Staufalle. Über Konrad-/Heinrichstrasse oder über die Neugasse/Ottostrasse/Josefstrasse kommt man dagegen bereits jetzt zügig voran.

    Die grosse Qualität des Kreis 5 ist seine Urbanität, und die bildet sich gerade durch die Durchmischung, die vielfältige Nutzung des Raumes. In beispielhafter Weise kann man dies auf dem Röntgenplatz beobachten. Dieser Urbanität widerspricht die Idee einer Transitschneise. Die Josefstrasse hat sich zu einer attraktiven Flaniermeile entwickelt. Daraus eine Raserstrecke für Velofahrerinnen und Velofahrer zu machen, wertet die Strasse ab.

    Den Veloverkehr zu erleichtern ist eine dringliche Aufgabe, aber dort wo es nötig und sinnvoll ist – also sicher nicht mit einem Velohighway durch den Kreis 5, sondern mit einem Veloweg durch die Langstrasse!

  • Michael Gohlke 19.1.2012 09.38 Uhr

    Urs und Beat bringen da noch einen wichtigen Aspekt ins Spiel. Die Josefstrasse ist mit seinen Restaurants, welche im Sommer auch draussen gestuhlt haben, für Fussgänger viel wichtiger als z.B. die Heinrichstrasse.
    Aber egal welche Streckenführung letztlich gewählt wird, die Parkplätze müssten mindestens einseitig aufgehoben werden, damit die Velofahrer nicht von spontan geöffneten Autotüren von ihren Drahteseln gehoben werden.
    Bin gespannt, wie das angegangen wird.
    Mein Vorschlag: Josefstrasse ab Langstrasse bis Viadukt komplett autofrei, alle Parkplätze an der Heinrichstrasse aufheben und auf dem gewonnenen Platz eine gut signalisierte Veloschnellbahn einrichten . Voila!

  • David Schaefer 19.1.2012 18.52 Uhr

    FFFFF! Frei Fahrt für Freie Fölos! Und nun noch im ernst: Kinder und Fahrräder kommen doch aneinander vorbei. Ich verstehe das Problem nicht.

  • Michael Gohlke 19.1.2012 21.07 Uhr

    Ja, meistens. Autos und Fussgänger kommen auch aneinander vorbei. Meistens. Warum also Zebrastreifen? Warum Trottoirs? Warum Velowege?
    Also nochmals: Velo und Fussgänger sollen sich nicht konkurenzieren. Sie haben beide Platz im Verkehr. Meistens getrennt, d.h. Fussgänger haben auf dem Velostreifen nichts zu suchen und Velos haben auf dem Trottoir nichts zu suchen und manchmal teilen sie sich den vorhandenen Platz, z.B. auf dem Röntgi. Soweit kein Problem.
    Wenn nun aber, wie schon erwähnt, die Velos Vortritt haben, dann werden sich die Velofahrer entsprechend verhalten. Der Röntgi ist zwar grosszügig angelegt, neben dem Kies hat es aber nicht wirklich viel Platz.
    Und noch was: Auch für die Velofahrer ist es doch viel angenehmer, wenn sie auf der Heinrichstrasse so schnell fahren können, was die Pedale hergeben, statt sich auf der Josefstrasse und insbesondere auf dem Röntgi über Fussgänger aufregen zu müssen.
    Darum zum dritten Mal: Was spricht denn gegen die Heinrichstrasse?

  • Daniel Blickenstorfer 19.1.2012 21.27 Uhr

    Kurz zusammengefasst, und gegen alle velofreundlichen Trends: es braucht keine Velobahn. Es braucht schon gar keine Velofahrer, welche "auf der Heinrichstrasse so schnell fahren können, was die Pedale hergeben". So ein Typ war es, der mir meinen letzten Sptalaufenhalt beschert hatte; "ich wollte nach Hause, möglichst bevor es zu regnen beginnt", sagte er nachträglich zur Polizei.
    Als Velofahrer ( und Nicht-Autobesitzer) denke ich: wir brauchen zwar Verbesserungen im Velonetz, unbestritten. Aber in erster Linie müssen wir im Kreis 5 dafür sorgen, dass Multikulti herrscht auch im Verkehr: Trams, Busse, Autos und vor allem Fussgänger, Kinder, alte und junge, also und LANGSAM-VERKEHR! (Die Velo-Politiker brüsten sich ja immer so gern für ihren Einsatz für den Langsam-Verkehr... ha!) Entschleunigung ist angesagt.

    Mit einer Velo-Bahn gewinnt ein Velofahrer zwischen HB und Toni-Molkerei vielleicht 30 Sekunden... das ist es definitiv nicht wert. "Varianten-Entscheide" (Josef- oder Heinrich-Strasse) lenken da nur ab von der grundsätzlichen Überflüssigkeit des Projekts.

  • . Haemmerli 20.1.2012 11.53 Uhr

    Wenn ich das Unwort "Langsam-Verkehr" höre, kriege ich die Krätze! Ich fahre Velo, weil das schneller ist als mit dem Auto. Und weil der Automobilist in Zürich dermassen kujoniert wird, dass man lieber aufs Auto verzichtet. Aber langsam fahren kommt mir nicht in die Tüte. Und was irgendwelche Velo-Rowdies anbelangt, die sind noch lange kein Argument, nicht schnell zu fahren. Genau so wenig wie all die Fussgänger-Volldeppen, die ohne nach links oder rechts zu sehen, einfach in die Strasse tappen ein Argument gegen Fussgänger sind.

  • Michael Gohlke 20.1.2012 12.53 Uhr

    Was für ein Gejammer, Haemmerli ;-)
    Aber bevor hier eine ideologische Schlacht über kujonierte (danke, den Ausdruck kannte ich noch nicht) Schnellfahrer vs. hospitalisierte Langsamläufer entbrennt, möchte ich doch schon mal gerne von Dir hören, was denn aus Deiner Sicht gegen die Route Heinrichstrasse einzuwenden wäre.

  • Michael Lütscher 24.1.2012 08.58 Uhr

    Ob Highway oder byway, ist doch egal. Mit dem Velo will man eigentlich überall durchfahren. Die Strassen in der Stadt müssten einfach so angelegt sein, dass es Platz für Velos hat. Der Röntgenplatz mit diesem komischen Podium ist aus Velofahrersicht ein Unding. Man sollte dessen Ecken ein bisschen beschneiden. Bis es soweit ist, muss man tatsächlich Rücksicht nehmen auf die Kinder, die sich dort tummeln.

  • Michael Lütscher 30.1.2012 08.36 Uhr

    Übrigens: Die Stadt Zürich hat mit der Josefstrasse anderes vor. Sie will dort, zwischen Röntgenplatz und Luisenstrasse, eine Begegnungszone einrichten. So hat sie es im April 2011 im «Tagblatt» publiziert. Inzwischen haben Rekurse die Sache verzögert, doch die Zone dürfte 2014 Realität werden, wie die Dienstabteilung Verkehr jetzt erklärt. «Begegnungszone» heisst, abgesehen vom pleonastischen Namen (als wäre nicht wäre nicht jede Strasse ein Ort der Begegnungen): Tempo 20 und jederzeit Vortritt für Fussgänger. Und meistens bedeutet das auch: zusätzliche Hindernisse wie Schwellen und Verengungen, wie in der Luisenstrasse (Bild), die schon seit 25 Jahren eine Begegnungszone ist. Nicht gerade das, was Velofahrer freut, die Velo fahren, weil sie damit in der Stadt schneller als mit jedem anderen Verkehrsmittel vorankommen. michaelluetscher.ch/verkehrte-welt/.

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