Stundenzimmer-Paradies Zürich-West

Affären sind ein heisses Eisen. Für die einen sicher in Bezug auf den Kick, für die meisten wohl eher in Bezug auf die Geheimhaltung. Sich in Hotels zu treffen, scheint eine vernünftige Lösung zu sein, doch werden Stundenzimmer von denen überhaupt vergeben? Im Praxistest stürzte sich Westnetz ins Seitensprung-Getümmel. Die Ergebnisse sind erstaunlich.

Die Ehe, Inbegriff der ewigen Zweisamkeit - könnte man zumindest meinen. Statistiken belegen, dass in der Schweiz zwischen 40 und 50% aller verheirateten Paare irgendwann die Scheidungspapiere einreichen und somit getrennte Wege beschreiten. So steht es also um das heilige Liebesbündnis. Wer jetzt noch immer denkt, das Hochzeitsversprechen für die Treue bis in den Tod sei in Stein gemeisselt, ist hoffnungslos der Romantik verfallen. An und für sich ist dagegen nichts einzuwenden, aber die bittere Realität sieht leider anders aus. Denn nebst der überaus hohen Scheidungsrate gesellt sich auch der Seitensprung. Den Partner mit jemand anderem betrügen, wenn man denn so will, ist fast schon ein Volkssport. Traut man gewissen Quellen, ist es jeder zweite Mann und jede dritte Frau, der oder die fremdgeht. Die Monogamie scheint ein altbackenes Sozialverhalten zu sein.

Abenteuerlust, unbefriedigender Sex, erloschene Liebe - Gründe für einen Seitensprung gibt es gewiss genug. Die Frage, die sich eher stellt ist doch, wo man so ein Schäferstündchen abhalten soll? Klassiker sind natürlich Geschäftsreisen oder Ferien, fernab von der vertrauten Heimat. Weit weg von der Möglichkeit, irgendwie aufzufliegen. Welche Optionen bleiben jedoch, wenn man hierzulande eine Affäre hat? Erstaunlicherweise sind es ziemlich viele.

Business, alles nur Business

Wer dabei Zürich-West als Ort des Geschehens auswählt, hat gute Chancen. Wir haben uns undercover als Interessent ausgegeben und die gängigen Hotels abgeklappert. In höflichem aber sehr explizitem Ton haben wir unser Anliegen kundgetan und die Reaktionen und Angebote abgewartet. Zu unserem Erstaunen sind die Zürcher Hotels ganz und gar nicht verklemmt. Das X-Tra, das Novotel und das 25 Hours waren unsere fiktiven Destinationen.

Ohne jegliche Gegenfrage und in kundenfreundlicher Manier wurde uns Auskunft gegeben. Das war verwirrend und erstaunlich zugleich, woraufhin wir den Regler voll aufdrehten und nachhakten, ob uns die Stunden am Nachmittag günstiger kämen als wenn wir eine ganze Nacht buchen. Zudem wollten wir wissen, ob es möglich wäre, eine Schüsselkarte an der Rezeption zu hinterlegen, weil wir eventuell noch eine dritte Person für eine flotte ménage a trois erwarteten. Damit dürften jegliche Missverständnisse aus dem Weg geräumt sein.

Das X-Tra sah dieses Nachfragen als Option zur Eigenwerbung. «Der Preis für eine Übernachtung ist CHF 225.00 für ein Doppelzimmer. Daher kommen wir Ihnen mit diesem Preis sehr entgegen», lautet deren Antwort. Hotelzimmer auf Stundenbasis zu buchen lohnt sich also. Weiter machten sie klar, dass das Zimmer nach unserer Abreise sowieso nicht weiterverkauft werden könne, wir können also tun und machen, worauf immer wir Lust hätten. Drei Stunden wäre das Zimmer übrigens im X-Tra gebucht.

Im Novotel geht es etwas trockener zu und her. 160 Franken kostet dort ein Zimmer von 12:00 bis 19:00 Uhr. Eine normale Übernachtung würde über 240 Franken kosten, daher doppelt Novotel doch noch nüchtern nach: «in dem Fall wäre 160CHF eine gute Alternative die wir Ihnen anbieten.».

Den einzigen Rückzieher unter den Hotels machte das 25 Hours. Anfänglich noch offen für ein Angebot - ein äusserst lukratives dazu, denn es wäre mit 100 Franken das günstigste unter den Anfragen. Von 10:00 bis 18:00 hätten wir uns in einem ihrer Zimmer vergnügen können. Als es dann aber konkret wurde, zogen sich das Hotel von der Offerte zurück: «Darf ich diskret fragen was in den zwei bis drei Stunden in dem Zimmer stattfinden wird? Wenn es nämlich das ist, was aus der Mail geschlossen werden kann, müssen wir von unserem Angebot eines Stundenzimmers Abstand nehmen, da wir kein gewöhnliches Stundenhotel sind und unsere anderen Gäste sich andernfalls eventuell gestört fühlen könnten». Durchaus nett und professionell formuliert. Fazit unseres Exkurses: Zwei Hotels bieten ihre Zimmer tagsüber ohne weiteres Nachfragen an. Steckt da etwa Profitgier dahinter? Oder haben die Verantwortlichen keine Scham? Oder war unsere Anfrage letztlich gar nichts Spezielles?

Das ganz persönliche Affären-Reich

Während unserer Recherche klapperten wir Hotels ab, wagten jedoch auch einen Exkurs ausserhalb derer Angebote - und wir wurden fündig. Seitensprünge scheinen lukrativ für das Portemonnaie zu sein, auch für Nicht-Hoteliers. Erwin Anderhub betreibt die Website Seitensprungzimmer.com, unter anderem kann dort ein Appartement am Limmatplatz gebucht werden. Sein Projekt ist längst zu seiner Haupteinnahmequelle geworden, insgesamt sind es mittlerweile neun Zimmer, die er anbietet. «Dass Hotels einen solchen Service anbieten, erstaunt mich überhaupt nicht. Ich habe auch schon mit Leuten aus der Branche gesprochen, die irgendwo einen Landgasthof haben - die sagen teilweise auch, dass ihre Zimmer nachts kaum belegt, dafür tagsüber ausgebucht seien», erzählt uns Anderhub. Das Geschäft mit Stundenzimmern gehört also quasi zum Alltagsgeschäft.

Wenn jetzt aber alle Hotelzimmer ausgebucht sind und trotzdem der Drang besteht, mit dem oder der Fremden in die Kiste zu hüpfen, dann bucht man halt eben ein reguläres Zimmer. Es scheint, als ob wir wie die alte Fasnacht einem Trend hinterherkommen, der in Zürich-West schon lange Wurzeln geschlagen hat. Aber wen wundert's, Affären sind nicht unbedingt die Sorte von Geschehnissen, die an die grosse Glocke gehängt werden. Ein Untergrund-Phänomen, wenn man so will.

Die Kunden seien übrigens meistens verheiratet oder sonst irgendwie in einer Beziehung, lässt uns Anderhub wissen. Zwischen 30 und 55 Jahre alt sind sie, persönlichen Kontakt mit ihnen hat er allerdings nicht, die Geschäfte laufen diskret und anonym. Anderhub verrät uns aber auch ein interessantes Kundensegment: «Es gibt auch ab und zu Kunden mit Migrationshintergrund, die schlicht und einfach ihre Partner nicht offiziell nach Hause mitnehmen dürfen. Sie kommen dann ein paar Stunden zu uns, um ungestört zu sein».

In unserer Gesellschaft ist das Lustwandeln in fremden Gärten zur Norm geworden. Die einen mögen darin die Verrohung der Menschheit sehen, die anderen prangern die Monogamie generell an. Ein schwieriges und heikles Thema, auch wenn sich offensichtlich so viele Menschen in Stundenzimmern vergnügen. Die Nachfrage scheint auf alle Fälle vorhanden zu sein - im viel grösseren Ausmass, wie wir es uns je hätten vorstellen können. Vielleicht sind wir ein wenig naiv, aber Anderhub, der seit Jahren in dem Business zuhause ist, weiss es wohl besser: «Das, was wir mit unserer Homepage machen ist bestimmt nur die Spitze des Eisbergs».

  • norbert franke 12.11.2014 17.12 Uhr

    suche ein Stundenzimmer für 3 stunden ab 16 Uhr nächste oder übernächste Woche Mo. oder Di. in Zürich west - wie kann ich bestellen, bazahlen und wieviel kostet es

  • norbert franke 13.11.2014 16.09 Uhr

    hallo leute, ich will nur ein zimmer für ein paar stunden, geht das bei euch, wenn ja, dann gebt mir bitte Informationen über die verfahrensweisse ich will kein Profil von mir erstellen es grüsst Norbert

  • Fabian Reichle 13.11.2014 16.14 Uhr

    Salut Norbert, da bist du bei Westnetz an der falschen Adresse. Das hier war ein Bericht über Stundenzimmer, kein Angebot. Lies doch nochmals durch den Artikel, wir waren natürlich so nett und haben einen Link platziert, auf dem du deine Anfrage sicherlich klären kannst.

  • Chriss Dombi 31.8.2015 15.32 Uhr

    Hallo Guten Tag! Ich möchte fragen für normal 1 zimmer kann ich mehreres Monat vermieten, ich hätte lust eine Ausbildung machen und neben gerne noch arbeiten. gibst so was auch Möglichkeiten und wenn ja wie viel kostet pro Monat?
    danke die Antwort , MFG: Chriss
    Sp: bitte nur e-mail antworten. Danke

  • Rolf Berger 21.4.2016 19.23 Uhr

    Hallo, etwas einseitig der Artikel, ich besuche bis anhin immer die Zimmer auf http:www.seitensprungzimmer24.com und kann das nur empfehlen da immer alles sauber und unkompliziert ist.

  • Rolf Tiger 09.8.2016 08.31 Uhr

    Wer ein Seitensprungzimmer sucht bucht am besten hier: 076 509 40 04, www.seitensprungzimmer24.com

  • Marco rossi 20.10.2016 15.17 Uhr

    Ich möchte ein zimmer für drei personen, ab 16:00 bis 19:00 uhr, morgen 21.10.2016. Umgebund Zürich.
    Lg

  • Birgit Jakobi 30.12.2016 19.54 Uhr

    So en Scheiss! Söttigs züg sollme verbüüte,das isch doch en Frechheit so Familien auseinander zu bringen!! Pfui, schämet si sich dänn nöd?

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