Statistik

Auch wenn es manchmal so aussehen mag – die Familie ist in der Schweiz kein Auslaufmodell, denn Familie bedeutet für die Schweizer glücklich zu sein.

Leben. Lieben. Scheiden lassen. Lebensformen in der Schweiz.

Auf die Frage, wie es sich heutzutage wohl am „besten“ lebt, gibt es sicherlich keine konkrete Antwort mehr, denn während einst Ehe und Familie noch zum Klassiker gehörten, gibt es heute eine Reihe alternativer Lebensformen, die die Gesellschaft vielseitiger machen.

Hochzeiten und Scheidungen in der Schweiz statistisch betrachtet

Ein Blick auf die Statistik der letzten Jahrzehnte zeigt: Die Scheidungsrate lag im Jahr 2013 bei 41,9 Prozent in der Schweiz. 1970 lag diese noch bei 15,4 Prozent. Warum? Experten vermuten, dass der Grund, der diesem Phänomen zugrunde liegt, heisst: Traditionelle Werte lösen sich auf, insbesondere Frauen sind durch eine zunehmende Emanzipation „mutig“ genug eigene Wege zu gehen – auch wenn dies nicht im Rahmen einer Ehe passieren kann.

Der Prozentsatz der Frischvermählten ist indes nahezu stabil und ist von 46,7 Prozent (im Jahr 1970) nur auf 39,8 Prozent im Jahr 2013 gefallen. Und noch eine Entwicklung wird deutlich. Das Durchschnittsalter der Heiratswilligen wird höher, was vermutlich auf längere Bildungswege hindeutet, denn wer ein Studium absolviert und erst anschliessend im Job durchstartet, wird in der Regel auch dann erst sesshaft – und denkt an eine Familiengründung.

Erhöhte Scheidungsraten eröffnen neue Möglichkeiten

Während die Verfechter moderner Lebensformen selbstredend gegen diese Flexibilität und auch gegen diese Dynamik sind, eröffnen sich den Verfechtern der klassischen Lebensgemeinschaften ganz neue Optionen. Welche dies sind, zeigt diese Aufstellung:

  • Patchwork-Familien sind wohl der Klassiker und erinnern auch am stärksten an die Familiengründungs- und auch Trennungslust der Eltern, denn Patchwork-Familien erkennt man meist am grossen Kindersegen – der in Kombination sich leicht potenziert. Bringen also Mann und Frau Kinder mit in die neue Partnerschaft, kann das leicht eine Kinderschar von vier bis fünf Kindern bedeuten. In Zürich ist diese Art der Lebensform vergleichsweise selten und macht einer Meldung der Stadt Zürich zufolge nur zwei Prozent der Familienhaushalte aus.

  • Alleinerziehende gibt es indes in Zürich zuhauf. Jeder fünfte Haushalt werde nur von einem Elternteil mit Kind bewerkstelligt, davon seien 90 Prozent Frauen. Da es für Alleinerziehende oft schwer ist, Familie und Beruf zu vereinen, ist gerade diese Gruppe oft finanziell schlechter gestellt, denn viele alleinerziehende Mütter arbeiten nur in Teilzeitbeschäftigungen.

  • Die Zahl der eingetragenen Lebenspartnerschaften ist erst seit dem Jahr 2007 statistisch nachvollziehbar. Durch das sogenannte Partnerschaftsgesetz (näheres dazu hier) haben gleichgeschlechtliche Paare seitdem die Möglichkeit, ihre Lebenspartnerschaft am jeweiligen Wohnort eintragen zu lassen. Im Jahr 2007 nutzten 1431 schwule und 573 lesbische Paare diese Chance. Insgesamt 2004 Paare nutzten die neue Möglichkeit – im Jahr 2014 lag diese Zahl bei 720 Paaren. Doch auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind offensichtlich vor einer Trennung nicht gefeit, denn im Jahr 2014 wurden 144 Partnerschaften aufgelöst.

Insbesondere Patchwork-Familien und Alleinerziehende sind nicht selten das Resultat der erhöhten Scheidungsraten. Eingetragene Lebenspartnerschaften hingegen meistern zunehmend häufiger den Weg in die Gesellschaftsfähigkeit, denn zu Beginn der eingangs erwähnten Statistik, die mit der Datensammlung im Jahr 1970 beginnt, waren gleichgeschlechtliche Partnerschaften noch ein absolutes No-Go. Auch das im Jahr 2010 in Sydney verabschiedete Gesetz, sich als Neutrum eintragen zu lassen, ist in Zürich noch nicht möglich.

Die Welt der Tabubrüche

Selbstverständlich ist die Zürcher Welt nicht eine der Tabubrüche, jedoch zeigt sich die Liberalisierung der Lebensgemeinschaften ganz deutlich. Und diese bringt durchaus Vorteile, denn so mancher schätzt die Ehrlichkeit, die eine ordentliche Trennung mit sich bringt mehr, als den Partner beim Seitensprung im Stundenhotel zu erwischen. Glaubt man folgender Webseite, muss ein Seitensprung heute ohnehin nicht mehr sein – zumindest nicht für diejenigen, die als Mingle leben. Doch was ist das eigentlich? Mixed + Single = Mingle. Mit dieser einfachen Formel erklärt ein Trendforscher das Phänomen, das häufig bei den über 30-Jährigen zu beobachten sei, und zwei Welten kombiniert: Die Zweisamkeit mit Liebe, Sex und Zärtlichkeit und die Öffentlichkeit als Single.

Eine grenzenlose Abkehr von alten Traditionen und eine uneingeschränkte Hinwendung zu neuen, flexiblen und vermeintlich pflichtlosen Werten, ist allerdings auch in der Schweiz nicht zu beobachten, denn wie diese Statistik zeigt, haben die Schweizer ein klares Ranking, das diese Top-3 zeigt, die es zum Glück braucht:

  1. Familie

  2. Freizeit und Hobbies

  3. Freunde

Diese Statistik zeigt, wie wichtig den Schweizern Familie ist. Auch schön zu sehen ist, dass das Volk, das so hart arbeiten muss, um leben zu können, Beziehungen als wichtiger einschätzt als die Arbeit.

Bild 1: pixabay.com © white77 (CC0 Public Domain)

Grafik: Grafik aus Statista.com

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