Schwitzen unter dem Viaduktbogen

Diesen Freitag und Samstag verwandelt sich die Strasse unter dem Viaduktbogen neben der Josefswiese wieder in ein grosses Fussballfeld. Während sich das offizielle Turnier ab Samstagmorgen an Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre richtet, ist der sonstige Event für alle gedacht. So zum Beispiel der Kick-Off am Freitagabend, bei dem die OJA mit ihrer Feuertonne, die sonst jeden Freitag am Röntgenplatz steht, auffahren und sich so gemütlich in der Gemeinschaft grillieren lässt. Vielleicht entstehe dann auch bereits ein erstes spontanes Fussballturnier unter dem Viadukt, hofft Daniel Meier von der OJA Zürich (Offene Jugendarbeit).

Neben all den negativen Schlagzeilen um den Fussball-Sport (FIFA sei Dank), rollt der Ball in Zürich-West für einen guten Zweck. Die Idee zum Streetsoccer im Kreis 5 ist laut Meier, Jugendarbeiter der OJA Zürich, vor einigen Jahren entstanden und fand letztes Jahr in Zusammenarbeit mit der Strassenliga im Rahmen einer Streetsoccer-Tournee an verschiedenen Standorten in Zürich-West ihren Höhepunkt. Dieses Jahr wird zwar nicht bis auf nationaler Ebene gekämpft, aber den Jugendarbeitern der OJA geht es primär darum, die Strasse für Dinge nutzbar zu machen, die sonst selten ihren Raum finden. Mit dem Streetsoccer-Turnier nimmt die OJA ein Bedürfnis der Jugendlichen wahr und zeigt, dass der dichte Raum mit verschiedenen Augen anzusehen sei. Bemerkenswerterweise waren es die Jugendlichen selbst, die bei einer Sozialraumanalyse der OJA vor zwei Jahren den Vorläufer zum Streetsoccer gelegt haben, als sie aufgefordert waren, sich zum Beispiel mit Kartonschachteln den öffentlichen Raum anzueignen. Die jungen Zürcher hätten daraus ganz spontan Goals gebastelt und angefangen, unter der Viaduktbrücke Fussball zu spielen, erklärt Meier stolz. Die Jugendlichen hätten so gelernt, den dichten Raum mit anderen Augen anzusehen. „Da braucht es uns, die OJA, auch manchmal als Eisbrecher. Am schönsten wäre es natürlich, wenn es uns mal nicht mehr brauchen würde," meint Meier optimistisch. "Aber hinter so einem Event steckt viel Bürokratie, wenn es zum Beispiel darum geht Bewilligungen einzuholen“, so Meier. Beim Streetsoccer handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der OJA Kreis 5 und der Prävention der Stadtpolizei, die sich laut Meier nämlich immer wieder mit ähnlichen Themen konfrontiert sieht. An beiden Tagen wird die Stadtpolizei dann auch vor Ort sein und mit einer Präventionskampagne über „Digitale Medien“ sowie einem Wettbewerb mitwirken. Daniel Meier freut sich über den bevorstehenden Event und ist sich sicher: „Prävention heisst nicht nur gewisse Problematiken zu verhindern, sondern eben auch soziokulturelle Anlässe, wie das Streetsoccer, zu ermöglichen.“.

Bildmaterial © OJA (www.oja.ch)

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