Musikalisches Kulturzentrum im Herzen von Zürich-West

Bei über 500 Veranstaltungen im Jahr kann man wohl behaupten, dass das kulturelle Herz von Zürich-West an der Hardstrasse 219 schlägt. Die MAAG Halle ist nach nur zehn Jahren zum zweitgrössten Kulturzentrum in Zürich avanciert und stellt heute einen wichtigen wirtschaftlichen und kulturellen Faktor für Zürich-West dar.

Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1992 mit dem Musical „Space Dream“, dem dank den Produzenten Guido Schilling und Darko Soolfrank der Sprung von der kleinen Amateurproduktion auf die grosse Bühne gelang. Acht Jahre und über eine halbe Million Eintritte später endete die damals grösste Bühnenproduktion der Schweiz.

Bereits während dieser Zeit suchten die Produzenten einen neuen Standort für zukünftige Musicalproduktionen. In der Maag Holding AG fand man schliesslich den geeigneten Pächter und in den alten Fabrikhallen an der Hardstrasse die idealen Räumlichkeiten für Musical-Shows.

Nach dreijähriger Planungsphase folgte im Mai 2001 der Umbau der Hallen zu einem Auditorium mit 950 Sitzplätzen und genügend Platz für eine grosse Bühne. Bereits zehn Monate später war die neue MAAG Music Hall fertiggestellt und bereit für die kommende Eigenproduktion von Schilling und Soolfrank: „Deep“.

Mittlerweile wurden in der ehemaligen Fabrikhalle zahlreiche Eigen- und Fremdproduktionen aufgeführt. Die bisher erfolgreichste Show mit 680'000 Besucher ist das Musical „Ewigi Liebi“, das im Juni 2012 das letzte Mal in Zürich-West zu Gast war. Der Erfolg ermöglichte sogar den Bau eines temporären Theaters in Bern, das bis März 2012 das Musical im Programm hatte. Vom 26. September bis Ende Dezember 2012 wird das Bühnenstück „Dällebach Kari – das Musical“ im Berner Theater zu sehen sein.

Werft: Bar an Musicals und Vermietung an Privatanlässen.
MAAG Music Hall mit 950 Plätzen.

„Solch hohe Zuschauerzahlen in der Schweiz können nur Musicals und Zirkusvorstellungen vorweisen“, begründet Darko Soolfrank ihren Fokus auf Musicals. „Die musikalischen Shows führen zu viel Emotionen und begeistern die Massen. Und diese brauchen wir, da die MAAG Music & Arts AG keine Subventionen vom Staat erhält.“

In den Monaten Juni bis September macht die MAAG Halle eine Musical-Pause. Doch bis zur nächsten Aufführung ist es nicht mehr weit. Im Auditorium wird derzeit an einer neuen Bühne für die Produktion „Altweiberfrühling“ gearbeitet; eine Adaption des Spielfilms „Die Herbstzeitlosen“.

„Während zwei Wochen arbeiten hier zehn bis fünfzehn Bühnenarbeiter an der neuen Bühne“, erzählt Philipp Musshafen, Geschäftsleiter der MAAG Music & Arts AG. Er lässt den Blick über die Kulissen schweifen und nickt dann dem Bühnenmeister zu.

„Fünf davon sind bei uns fest angestellt. Hinzu kommen noch Teilzeitarbeiter und das Technikteam.“

Aufbau der Bühne für das neue Musical "Altweiberfrühling".

In der MAAG Event Hall hingegen wird gerade abgebaut und aufgeräumt. Am Streetparade-Wochenende tanzten sich hier die Raver an der Electric City ihre Seele aus dem Leib. Die Eventhalle kam im Herbst 2003 dazu und bot fortan neuen Raum für grosse Konzerte, Geschäftsanlässe und andere kulturelle Events wie etwa die grafik 12 oder TV Produktionen (Music Star, Elite Model Look, Miss & Mister Schweiz etc.). Die Kapazität beträgt bei Konzerten bis zu 3000 Stehplätzen.

Foyer und Konzertbar. Das Wanddesign stammt noch vom Musical "Deep"
Aufräumen nach der Electric City.

Die angrenzende ehemalige Härterei, wo früher die Zahnräder in grossen Becken gehärtet wurden, baute man ein Jahr später um.

Die industrielle Vergangenheit in dem Raum spürt man deutlich. Trotz Umbau und Renovation ist die ursprüngliche Patina gut erhalten geblieben und harmoniert perfekt mit den modernen Elementen.

Anfangs diente die kleine Halle noch für kleinere Veranstaltungen. Nach der Schliessung einiger Clubs wie die Toni-Molkerei in Zürich-West entschloss man sich, den Club Härterei aus der Taufe zu heben. Ab März 2009 tanzten hier die Partygänger am Freitag und Samstag zu den rund 100 Partys, die hier im Jahr gefeiert werden. Der Raum fasst bis zu 1'000 Personen und wird deshalb auch für kleinere Konzerte genutzt.

Vergangenheit und Moderne in Harmonie.
Aussenbereich der Härterei.

Um in die verschiedenen Eventhallen zu gelangen, muss man die beiden Eingangsbereiche mit den Garderoben passieren. An Veranstaltung kann das eine nervenaufreibende Angelegenheit für Besucher und Veranstaltungen sein.

„Es ist schon eine Challenge, bei 3000 Leuten einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten“, sagt Musshafen mit einem breiten Lächeln. „Beim Herbert Grönemeyer Konzert im November kommen erstmals personalisierte Tickets zum Zug. Der Gedanke, den Schwarzmarkt zu unterbinden ist zwar gut, der Aufwand mit der zusätzlichen ID-Prüfung aber enorm. Es ist für die Garderobe schon Herausforderung genug, wenn die Gäste vermehrt grosse Gepäckstücke mitbringen und fast alle zur gleichen Zeit die Halle verlassen wollen.“

Eingangsbereich Härterei und Even Hall.

Das Bistro K2 ist als letzte Räumlichkeit zum Kulturzentrum gestossen. Vorher war der helle Raum ein Architekturbüro und noch weiter zurück die Lehrlingswerkstatt der Maag Zahnräder AG. Seit 2008 kann man hier zu Mittag oder zu Abend essen. Die Küche nebenan wird zudem für kleinere Firmenanlässe und Bankette genutzt. Bis zu 100 Personen können hier bewirtet werden; sind es mehr, übernimmt eine Catering-Firma.

Küche für das Bistro K2 und kleine Caterings.
Einst eine Lehrlingswerkstatt, heute ein Bistro.

Zukunft

Der ganze MAAG-Komplex ist gepachtet und der Standort nur als Zwischennutzung gedacht. 2015 läuft der Pachtvertrag aus. Die alten Fabrikhallen stehen nicht unter Denkmalschutz und müssen in ferner Zukunft wohl einem Bauprojekt der Besitzerin Swiss Prime Site weichen, die in direkter Nachbarschaft bereits für den Primetower und umliegende Neubauten verantwortlich ist.

Ein Abriss hätte aber grosse Konsequenzen für Zürich-West, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind.

„Es braucht die MAAG Halle in Zürich-West, um das Leben im Quartier zu behalten“, sagt Darko Soolfrank. „320'000 Besucher kommen jährlich zu unseren Events. Die umliegenden Gastrobetriebe und Unternehmen leben von diesen Gästen und richten sich nach unserem Eventkalender.“

Von der ungewissen Zukunft lassen sich die Betreiber der MAAG Halle aber nicht abhalten. Derzeit steht eine neue Eigenproduktion in der Testphase. Das Freilichtspektakel Cyclope läuft noch bis Mitte September in Biel und kommt vielleicht bald schon nach Zürich-West.

  • Hoffmann Peter 10.4.2015 18.41 Uhr


    ich war Maschinenschlosser Lehrling 53 -57

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