Lindas Sexkolumne – (Nicht) nur Bälle im Kopf

Kurze Hosen, stramme Waden, verschwitzte Körper – wer kann es mir da verübeln, wenn ich mich wenig um Abseits, Fouls und Penalty schere!

Frauen und Fussball – eine einzige Katastrophe! Für diese Aussage würden mich Feministinnen lynchen, darum sollte ich vielleicht relativieren: ich, meine Freundinnen und Fussball – eine einzige Katastrophe! Eigentlich habe ich mit dem Ballsport wenig am Hut, aber wenn EM oder WM ist, mutiere ich regelrecht zum Fanatiker. Das liegt an meiner Lieblingsmannschaft, Frankreich, die zwar längst nicht mehr ist, was sie mal war, doch ein wahrer Fan steht immer hinter seinem Team. Mein Schulfranzösisch mag noch miserabler sein als die Leistung der Grande Nation an der letzten WM. Um aber einen Match zu schauen und die Gegner zu beschimpfen, reichen die Ausdrücke „Merde!“, „Nique ta mère!“, „Putain!“ und „Ta gueule!“ völlig aus, welche ich allesamt im Schlaf beherrsche.

Das Spiel Frankreich-England schaute ich mit einer Freundin und einer grossen Sushi-Platte vom Nooch, was kein Geniestreich war, da ich mit jedem „Putain!“ die Hälfte des Sushis Richtung Fernseher spuckte. Aber so ist das halt, wenn man mit Leib und Seele dabei ist. Was ich von meiner Freundin nicht behaupten konnte. „Der sieht scheisse aus!“ lautete ihr Kommentar, jedes Mal sobald einer im Close-up zu sehen war. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass es beim Fussball nun wirklich nicht auf Äusserlichkeiten draufankäme, sonst würden die Franzosen sowieso gleich auf dem letzten Platz landen. Doch als ein SPILF (Soccer Player I’d Like to Fuck) den Rasen betrat, konnte auch ich mich nicht länger auf den Spielverlauf konzentrieren. Es tat schon ein bisschen weh, der gegnerischen Mannschaft wegen zu sabbern, aber Jordan Henderson war nach fast neunzig Minuten von Ribéry & Co. ein wahres Fest für die Augen.

Ganz vergass ich Les Bleus dann doch nicht. „Wenn der jetzt ein Tor schiesst, verdresche ich ihn persönlich!“ „Von wegen verdreschen, DU würdest etwas ganz anderes mit ihm machen!“ gab meine Freundin zurück. Recht hatte sie, Hauptsache, er könnte danach nicht mehr laufen und somit keinen weiteren Schaden gegen meine Equipe Tricolore anrichten. Doch zum Glück (?) musste ich ihn gar nicht aufsuchen, es blieb bei einem unaufregendem Unentschieden. Anstatt in den letzten Minuten eifrig mitzufiebern, googelten wir die Mitglieder der spielenden Teams. Wir entschieden, dass, abgesehen von meinem neuen Liebling Henderson, der Schiri noch am besten aussah und überlegten, ob man als Frankreichfan hoffen durfte, dass England und damit Jordan Henderson weiterkommt. Glücklicherweise schaffen es ja immer zwei aus der Gruppe in die nächste Phase.

Während ich noch von einem Leben als WAG (Wives And Girlfriends von Fussballern) träumte, holte mich meine Freundin unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück: „Die holländische Nati hat während der EM Sex-Verbot!“ Die arme Sylvie! Und tschüss Jordan, falls das für die Engländer ebenfalls gilt! Irgendwo muss man doch eine Grenze zwischen Beruf und Privatleben ziehen! Aber Fussball hat halt immer mehr mit Sex zu tun. Nicht nur wegen der vergangenen Sexskandale um – hust, hust – Frankreichs Starspieler Ribéry. Auch abseits des Rasens dreht sich vieles nur um das eine. So staunte ich nicht schlecht, als ich mich auf einer Homepage namens „Football Babes“ oder „Soccer Girls“ oder Ähnlichem wiedererkannte.

Ich muss wohl noch rasch erklären: An der letzten EM vor vier Jahren durfte ich den Match Frankreich-Rumänien live im Letzi miterleben. Wie es halt so oft im Leben passiert, wurde ich vorab von den Fotografen entdeckt, woraufhin ein wahres Blitzlichtgewitter ausbrach. Ich schrie etwa eine Stunde lang aus voller Kehle, lachte, zitterte und was ein Fan sonst noch so tut, immer unter dem lauten Klicken der Kameras. Damals wurde ich öfters im Zusammenhang mit der Europameisterschaft im SF gezeigt, in der 20Minuten und sämtlichen anderen Käseblättern. Sogar in Italien und Belgien hatte ich einen Auftritt. Und das war’s dann, dachte ich.

Aber anscheinend hatte ein Lüstling meine Bilder irgendwo ausgegraben und auf seine Seite geladen. Dort bin ich nun, unschuldige achtzehn, mit blau-weiss-rot bemalten Wangen und Kussmund, in Mitten silikongepumpter Fussballhäschen. Etwas tun dagegen kann ich nicht, weil die FIFA die Rechte an den Bildern besitzt. Bleibt bloss zu hoffen, dass Jordan sich bald auf besagter Homepage nach einer neuen WAG umsieht. Und dabei die Silikonbälle ignoriert und die süsse Schein-Französin wählt.

Zur Sexkolumne der letzten Woche: Mr. Tiny

  • Marc Marc 13.12.2012 22.15 Uhr

    Das du dich auf den vielen Fotos gefunden hast... Ist ja schon fast ein Wunder..

  • Stefan Maier 14.12.2012 15.32 Uhr

    Genau so ist es. Gut durchtranierte Fussballer und die Girls fallen um oder quitschen wie kleine Entchen. Dass Bilder von Privatpersonen einfach so verwendet werden duerfen finde ich eine Schweinerei. Wobei ich ueberzeugt bin, die fotografen schauten sich um und fanden das Girl mit der schoensten Ausstrahlung, mit der Begeisterung im Gesicht und viel Emotionen. Ok fuer die tranierten Koerper, aber, aber eben die Frau die all das verkoerpert was ein Fan ausmacht.
    Toller Beitrag. Danke

  • hans muster 07.1.2013 00.22 Uhr

    MarcMarc: Das ist ein Zeichen von Langeweile wenn man soviele Bilder durchsieht... Kaum zu glauben, dass Linda soviel Zeit zum Surfen hat neben Studium (oder was immer sie auch macht- der Uni hat sie ja nur nen kurzen Besuch abgestattet gemäss Kolumne), Arbeit, Kollumne zusammentragen... Wer versucht hier im "urbanen" *haha* Zürich einen auf Carrie Bradshaw zu machen und hat passender Weise eine Freundin, welche Samantha con SATC zu Ehren gereichen würde... Und wieso sind Männer in Sachen Sexpartner so benachteiligt - umgekehrt proportional zu ihrer Schönheit, während Frauen da stark imq Vorteil sind, sofern sie nicht total entstellt sind? Fragen über Fragen und doch werden wir diese völlig der Logik widersprechende Tatsache nie begreiffen...

    Ein kleines Rechenbeispiel: Linda ist 22, somit könnte für die Partnerwahl aller ihrer Altersgenossinen 48'946 Männer in der Stadt Zürich im Alter von 20-34 in Frage kommen (5-Jahresblöcke des Statistischen Amtes...) dem stehen zwar 47'

  • hans muster 07.1.2013 00.26 Uhr

    47'873 Frauen im entsprechenden Alter gegenüber... Gehen wir mal davon aus, dass die Hälfte der Mäner Dumpfbacken sind oder sonst untauglich - doof, arbeitslos, Arsch.. bleiben 24'473 Charakterlich etc. Männer übrig... Berechnen wir das durchsch ittliche

  • hans muster 07.1.2013 00.34 Uhr

    Interesse einer normalen Frau mit ein, (sagen wir einer Frau gefällt einer von 300, dann bleiben für die durchschnittliche Frau noch ganze 81 Männer die ihr passen würden... Im Fall von Linda müssen wir mit dem Fakto 1/1000 (bestenfalls) rechnen, dann sind es für Linda noch 24 potenzielle Männer auf Zürcher Stadtgebiet... (Also jetzt unabhängig von der Herkunft) Bezieht man mit ein, dass Frauen oftmals ziemlich ähnliche Geschmäcker haben, so ergeben sich für Linda 24 Männer, welche sie jedoch mit 47'872 Frauen in ähnlichem Alters-range teilen muss... Viel Glück beim Suchen :-P

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