Lindas Sexkolumne - Mr. Tiny

Kommt es auf die Grösse an? Was denken Frauen über die richtige Länge? Ein kurzer, aber befriedigender Einblick in die Sichtweise des weiblichen Geschlechts.

Um eines vornweg klar zu stellen: Ich bin keine Sex-Expertin (wer das Wort „Sexpertin“ erfunden hat, dem gehört der Hintern versohlt!). Wenn ihr also gehofft hattet, durch mich zur Lösung eurer perversen Probleme zu kommen, wendet euch lieber an Dr. Sommer. Vom Tuten und Blasen habe ich nämlich genauso viel oder wenig Ahnung wie jeder andere. Bloss hält mich das nicht davon ab, gerne und ausführlich über das Thema zu reden. Denn mal ehrlich: Was gibt es Spannenderes als Sex! Oder sollen wir lieber über meinen letzten Zahnarztbesuch sprechen? Eben!

Eigentlich wollte ich mich im Vorfeld zu dieser Kolumne bei meinen Freundinnen umhören, was sie sexbezogen so auf Lager hätten. Zu diesem Zwecke traf ich die gesamte Truppe im 4. Akt auf ein paar Cocktails (und Vodka für mich). Doch statt pikanten Storys hauten sie mir bittere Klagen um die Ohren. Seltsamerweise deckte sich bei allen die Ursache des Frustes: kleine Penisse. Es tut mir schon ein bisschen Leid, das Thema hier zu behandeln, zumal ich sicher bin, dass 90% der Männer nach der Lektüre ins Bad rennen und sich vor dem Spiegel ihren Selbstzweifeln hingeben werden. Ausserdem hielt ich das Thema für ziemlich abgelutscht (haha). Aber scheinbar ist in den Zürcher Schlafzimmern eine Epidemie der zu kurzgeratenen Schwänze ausgebrochen. Darum muss ich mich doch genauer damit befassen.

Bei einer Freundin von mir zum Beispiel hatte alles gestimmt: Der Traumtyp war höflich, gutaussehend, unternehmungslustig, beruflich erfolgreich und kein Draufgänger. Grund für Letzteres war höchstwahrscheinlich sein wahnsinnig winziger Willy, wie sie nach dem fünften Date – sie ist eine Brave – herausfand. Ab da wollte sie nichts mehr von Seelenverwandtschaft wissen.

Auch eine andere Bekannte dachte, das grosse Los gezogen zu haben, als ihr neuer Lover sie zu einem Wochenende im Luxushotel im Süden eingeladen hatte. „Wir werden die ganze Zeit nur vögeln!“ freute sie sich. So war es dann auch. Glaubt sie zumindest. Denn wegen seiner spärlichen Ausstattung war sie nie so ganz sicher, ob er tatsächlich drin war.

Wen ich auch fragte, überall tönte es gleich: Ein kleiner Schwanz ist ein No-Go! Zum Teil werden sie von den Damen sogar gemieden wie das Weihwasser vom Teufel. Eine gestand mir, einmal das Liebesspiel abgebrochen zu haben, weil sie die Schnauze voll hatte (oder eben nicht) von bescheidenen Glieden. Keine jedoch war den Winzlingen so sehr abgeneigt, wie meine Freundin Gertrud. Ihr Körper hätte eine Überdosis abbekommen und nun reagiere sie allergisch, behauptete sie. Jeder, aber wirklich jeder, ihrer Bettgefährten war mit einem überdurchschnittlich kleinem Geschlechtsteil gestraft. Bei der Anzahl ihrer Liebhaber ergab das eine beachtliche Menge. Eine Zeit lang war uns Angst und Bange ab Gertruds Erzählungen. Wir fürchteten hinter jeder Ecke einen kleinen Penis, der auf uns lauerte. Bis sich herausstellte, dass Gertrud einfach zu viele Pornos schaute und somit eine verzerrte Vorstellung von Grösse hatte.

Bevor sich nun die schlechter bestückte Hälfte der Männer und sämtliche von Gertruds Ex-Lovern vor Kummer in der Limmat ersäufen, sei gesagt: Es gibt durchaus auch Frauen, welche die kleinen Dinge im Leben schätzen. Oder die bei besonders grossen Exemplaren Gefahr laufen, in zwei Hälften gesprengt zu werden. Grösser ist also nicht immer gleich besser. Oder, wie es der Engländer sagen würde: Sometimes less is more!

Jetzt freuen sich natürlich die Durchschnittstypen, denn sie passen zu jeder Vorliebe. Doch Mittelmass ist so schrecklich langweilig! Da zeigt sich nur wieder: Es gibt zu jeder Form und Grösse etwas zu bemängeln – genau wie sie alle ihre Vorzüge haben. Geschmäcker sind zum Glück verschieden und überhaupt dürfen Frauen nicht so streng mit den Herren ins Gericht gehen. Schliesslich sind wir auch nicht alle eine zweite Pamela Anderson.

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Die Sexkolumne gibt es ab jetzt wöchentlich auf westnetz.ch.

  • Dastan Rostam 28.6.2012 01.22 Uhr

    Hierzulande ist Mann eben weder mit Leidenschaft, noch mit einem grossen Penis gesegnet ^^

  • Micha B. 13.12.2012 22.00 Uhr

    Danke. Danke für diesen Artikel. Denn es ist die Wahrheit. Ich kann diese Penislüge von diesen Sexpertinnen nicht mehr hören. "Mach Dir keine Sorge, die Grösse macht es nicht aus...". Bullshit! Denn wie Amis auch immer sagen. Bigger are better!

  • Stefan Leuenberger 14.12.2012 14.31 Uhr

    Hrm, könnte es nicht auch sein, dass ihr einfach alle "Garagen" besitzt? Das Problem so ganz einfach am Manne aufzuhängen ist mir zu simpel!

  • Christian Tobler 14.12.2012 14.47 Uhr

    Zu beachten ist zudem, dass nicht jede Frau gleich 'eng' ist. Dann und wann hat man auch als Mann mit einem überdurchschnittlichen Geschlechtsteil das Gefühl, sein Würstchen in eine Turnhalle zu werfen .. ;-) ..

  • G. Urke 14.12.2012 15.54 Uhr

    Heureka! Dafür gibt's eine wunderbare Lösung. An anderer Stelle hast Du Dich ja über die Schmerzen beim gepflegten Arschfick beklagt. Es folgt somit messerscharf, dass Du und Deine Mädels den Steckplatz lediglich der Grösse des Instrumentes anpassen müsst und es herrscht Glückseeligkeit auf allen Seiten!

  • Theo F. 14.12.2012 17.22 Uhr

    @Micha Hast du den Artikel begriffen? Die Wahrheit kennt viele Gesichter. Das wichtigste beim Sex ist ja wohl der Spass an der Sache und nicht die Grösse der primären und sekundären Geschlechtsteile. Die einen mögen es so die anderen anders etc. Wie die Schreibende bemerkte; die Geschmäcker sind verschieden! Männlein ärgert sich über Weiblein und umgekehrt. Man(n) könnte ja auch behaupten: Mädels trainiert eure Beckenbodenmuskulatur, seid aktiver beim Verkehr und ihr habt mit jeder Grösse Spass. Gegenseitige Schuldzuweisungen ist ja wohl nicht das Wahre bei etwas, das beiden Vergnügen bereiten sollte.

  • 25jaehrige Frau 15.12.2012 13.48 Uhr

    Ihr seid vor allem eins: oberflaechlich!! Aber wehe ein Mann sagt euch, ihr haettet kleine Brueste oder einen fetten Arsch!

  • Judas Christ 20.12.2012 12.38 Uhr

    Am Schreibstil unschwer erkennbar kann die Ursache kaum ein Defizit an Aufmerksamkeit oder pure Dummheit sein, im Gegensatz du denen, die ihr Lovelife auf Facebook veröffentlichen. Vielmehr hat die Autorin offenbar erkannt was sich in dieser verblendeten Konsumgesellschaft verkauft, und ihre Geschichten dementsprechend ausgerichtet. Sollte sich die Gedanken der Autorin wirklich dermassen nur drehen worüber sie hier schreibt, dann sage ich nur: Welcome to Jersey Shore..

  • Judas Christ 20.12.2012 12.41 Uhr

    G. Urke: you made my day ^^

  • pierre bourdon 20.12.2012 12.51 Uhr

    Jetzt wäre es noch interessant einen Bezug zu konkreten Massen aufzubauen. Aufgabe für den nächsten Text, frag die Freundinnen!

  • Sol C. 20.12.2012 13.59 Uhr

    Ehrlich gesagt: ja, schreib lieber über Deinen letzten Zahnarztbesuch...

  • Cool Man 04.2.2013 13.12 Uhr

    Wieso regt Ihr Euch so auf?
    Etwas ältere Frauen (25+) wollen das Gefühl von ausgefülltheit haben.
    Lösung: Buttplug in den Po, dann wirds enger...!

  • Tobias von Falkenhayn 22.2.2013 16.14 Uhr

    Das Wort "Sexpertin" kommt womöglich aus der gleichen Branche wie so lustige Wortkonstrukte wie "Sexcalibur" oder "Sexkretär". Und wenn du Leuten aus diesem Berufsfeld den Hintern versohlst, machst du ihnen womöglich noch einen Gefallen damit, also Vorsicht!

  • Sarina Wyss 14.2.2015 11.09 Uhr

    Für den analen Sex mag ich eher einen kurzen dicken Schwanz... Zum blasen einen eher schmäleren und für den normalen Sex darf er lang sein... Also brauch ich drei Liebhaber :-)

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