Hollywood ist wieder da!

Das alljährliche Glamour Karussell beginnt sich heute in Zürich erneut zu drehen. Es ist mal wieder Zurich Film Festival, und ruhmesträchtige Namen holen Ehrenpreise ab. Genau vor einem Jahr suchten die Videophilosophen im PR-Getöse rund im den Filmevent nach authentischen Begegnungen.Der Geist des grossen Philosophen Theodor Adorno hielt den dabei entstandenen Film ein Jahr unter Verschluss, nun hat er ihn aber endlich freigegeben. Same same but different: „The Horror of Our Film Is That We Are Worried About the Wrong Things“ ist auch ein Jahr apäter noch oder wieder aktuell.

Alle Jahre wieder: Zürich ist gespickt mit Goldenen Augen in allen Grössen, auf Fahnen und Bannern, die Brücken und Gehwege in der Altstadt lückenlos säumen: Es ist Zeit für das Zurich Film Festival und die gehobene Gilde aus Hollywood, die hier „Hi“ sagt.

Wo bleiben dieses Jahr die Frauen? Hier mit Rene Russo

Jenseits der Schablonen

Im vergangenen Jahr, anlässlich der 10. Jubiläumsausgabe waren die Videophilosphen vor Ort auf der Suche nach unvorhersehbaren Momenten inmitten der durchchoreografierten Pose. Inspiriert von der Philosophie eines Theodor Adorno, der in der ökonomisierten Kulturindustrie um die Autonomie der Kunst bangt, haben sie diese auf den Prüfstand gestellt. Gefunden haben sie spontane Stars, tiefgründige Filmkunst inmitten des überkandidelten Schaulaufens der Kultur High Society. Ihr Fazit: Wenn man wagt, Fragen jenseits der Schablonen des Unterhaltungsjournalismus zu stellen, entsteht da und dort ein Moment von Austausch. Adornos Geist hielt das Werk ein Jahr unter Verschluss, nun hat er es endlich freigegeben.

„The Horror Of Our Film Is That We Are Worried About the Wrong Things“ ist jetzt online zu sehen, nachdem er diesen Frühling einmalig im Zürcher Art Doc gezeigt wurde. Inzwischen sind die Macher von „Loreak“ für den Oskar für den besten nicht englisch sprachigen Film nominiert, und anstatt der Antihelden Liam Neesson und Peter Fonda stellen sich heuer Arnold Schwarzenegger oder Chrisoph Waltz auf den grünen Teppich. Frauen wie die wunderbare René Russo oder die Ulknudel Diane Keaton scheinen dieses Jahr jedoch gänzlich zu fehlen. Männlich und mächtig scheint die Devise. Aber auch dieses Jahr gibt es bestimmt wieder beeindruckende Filme zu entdecken, wenn man die Mühe nicht scheut, sich durch die Goldenen Augen zu graben.

Zum Inhalt des Videos

In einem Werkbeschrieb fasste Rhea Plangg es wie folgt zusammen: „Die Videophilosophen setzen sich mit verschiedenen fundamentalen Elementen des Kinos auseinander: Etwa mit der Funktion des ‚Helden/Antihelden’ als Spiegel der Gesellschaft (Liam Neeson); mit der ‚Schönheit’, die wider Erwarten - und im Gegensatz zur ‚glamouresken’ Plastikwelt der zeitgenössischen Fetische - mit „kindness“ gleichgesetzt wird (Rene Russo); mit der „Ambivalenz der Schönheit“, die die baskischen Autoren Jon Garaño und Jose Mari Goenaga in ‚Blumen’ versinnbildlichen. Diese dienen in ihrem Film „Loreak“ als Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Ambiguität sowie dem Unvermögen diese verbal zu kommunizieren.“

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