Heim gen Zürich West

Im Tram nach Hause lasse ich die Vergangenheit hinter mir und geniesse die Gegenwart.

Sonntagnacht, dunkel und die Müdigkeit übermannt einem nach der Reise. Mit dem Koffer zwischen den Beinen setze ich mich auf die erhöhte hinterste Bank des Cobras in der Nummer 17 und fahre die Limmatstrasse entlang. Auf der linken Seite entfernt sich das Migros-Hochhaus beim Limmatplatz und das Tram rollt gen Westen. Meine Augen blicken nach hinten in Richtung Stadtzentrum. Station für Station zieht die Cobra zwischen den Häusern hindurch. Es kommt mir vor, als wenn auf dieser Strecke meine Reise eine kurze Zusammenfassung durchlebt. Ich fahre vorbei an währschafter Küche und Fastfood, ziehe vorbei an ehemaligen Fabriken und modernen Wohnungen, rolle vorbei an Kunst, Kultur und Geschichte, vorbei an Party und Entspannung, vorbei an Tradition und Moderne. Vieles ist hier auf begrenztem Raum vorhanden. Das Tram beschleunigt und bremst, die Türen öffnen und schliessen sich. Die Kulisse wird durch die Gespräche der anderen Fahrgäste akustisch ergänzt und ein knutschendes Pärchen sorgt für einen Hauch jugendliche Romantik in der Luft. Ich verliere mich ganz in der Situation und verpasse fast die eigene Haltestelle, wenn ich nicht von meiner Begleitung daran erinnert würde. Ich springe auf, packe mein Gepäck und schlängle mich noch durch die Türe.

Später im Bett höre ich die 17 vorbeirauschen. Es ist eine gemütliche Fahrt gewesen. Morgen in der Früh wird es wohl wieder ganz anders sein in der 17 mit dem Blick nach vorne Richtung Stadt.

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  • Vanessa Truebbach 09.4.2013 11.22 Uhr

    Schön geschrieben - das ist Kino im Kopf.

  • Werner Mäder 09.4.2013 12.06 Uhr

    Ein Blog-Post, wie er sein muss: kurz, persönlich und schön zum Lesen. Man spürt Zürich-West gleichsam leben.

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