Grosse Grössen und Curvy Models

Beim Thema „Plus Size“ muss man zwischen der Mode und dem Modelbusiness unterscheiden. Denn selbst von Plus Size oder Curvy Models wird selbstverständlich erwartet, dass sie wenigstens eine sanduhrförmige Figur haben, und oft gibt es unausgesprochene Grenzen dafür, wie „plus“ ein solches Plus Size Model sein darf.

Einerseits geht es also darum, als Konsument oder Konsumentin hochwertige Kleidung tragen zu können, ganz egal wie viele Kilos man hat. Andererseits geht es um Repräsentation, also darum, was Millionen von Menschen auf den Laufstegen und in der Werbung sehen und ob sie sich in den Models wiedererkennen können. Kurz: Es geht um Schönheitsideale und um die Erwartungen an die Frauen und Männer in der Modelbranche.

Plus Size wird bekannter

Dank der Präsenz und des Aktivismus von Models wie Ashley Graham kommt das Thema allmählich im Mainstream an. Während Frauen und Männer in Läden wie dem Schweizer Onlineshop des bekannten Plus-Size-Labels Ulla Popken schon lange Mode in Übergrössen kaufen können, ziehen andere Geschäfte erst jetzt nach: Sie bieten einige Modelle ihrer Kollektionen in separaten Plus-Size-Abteilungen oder im Internet an. Auch der Sportartikelhersteller Nike hat eine Kollektion in Plus-Size-Grössen für Damen entworfen, die sehr gut ankommt.

Es betrifft viele Menschen

Wichtig ist auch Vielfalt, sowohl bei der Auswahl an Schnitten, Designs, Stilen und Stoffen als auch bei den Preisen. Denn oft ist Plus-Size-Mode überteuert – schliesslich haben dicke Menschen keine Wahl: Sie müssen sie kaufen, denn es gibt noch nicht genügend Alternativen. Übergewichtige Menschen haben es in der Gesellschaft somit schwerer, obwohl Übergewicht nichts Ungewöhnliches ist, wie auch Vize Miss Schweiz Jana Pfister betont. Selbst wenn man es an die Spitze geschafft hat und als Vorbild gefeiert wird, erfährt man noch Diskriminierung. Einige Labels wollen Fotoshootings mit Plus-Size-Models nicht unterstützen, andere Designer sind nicht bereit, Hollywoodstars für den roten Teppich einzukleiden, die ihnen zu gross erscheinen. Dagegen wehrte sich die Chefredakteurin der Vogue UK, Alexandra Shulman, im Editorial Letter der Vogue mit scharfen Worten: Während viele Labels die neuen Definitionen von Schönheit begrüssten, würden sich einige der berühmtesten Modehäuser in die entgegengesetzte Richtung bewegen. Hoffen wir, dass die Akteure und Akteurinnen der Szene weiterhin standhaft bleiben und die Unterstützung für grosse Körper und Mode

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