FUSSBALLSTADION IMMER NOCH NICHT SICHER

Das Zürcher Stimmvolk hat den Kredit für ein neues, städtisches Fussballstadion abgelehnt. Nun will die Stadt mit privaten Investoren andere Wege finden. Wie realistisch ist ein privat finanziertes Stadion überhaupt?

Man darf davon ausgehen, dass die 50,8 Prozent der stimmberechtigten Zürcher den 216 Million Franken Kredit für ein städtisches Fussballstadion deshalb ablehnte, weil sie befürchteten, dass dessen Kosten zu Lasten der Steuerzahlenden fallen würde. Dies schrieben Mauro Tuena (SVP) und Roland Scheck (SVP) in einer Interpellation. Das Volk will ein neues Fussballstadion, aber nicht auf seine Kosten. Der Stadtrat hatte nach der Abstimmung erklärt, dass die Stadt keine Neuplanung für ein Fussballstadion in Angriff nehmen würde. Falls die Vorlage keine Mehrheit fände, würden private Investoren den Bau eines Fussballstadions übernehmen. Nach der Abstimmung signalisierte der Stadtrat, dass er bereit sei, allfällige private Vorschläge zu prüfen. Initianten hatten bis Ende April 2014 Zeit Projektskizzen einzureichen, um damit Bauideen zu konkretisieren. Diese sollten zeigen, ob ein privat finanziertes Fussballstadion überhaupt realistisch wäre. Der Stadtrat wollte damit aber noch kein Vergabeentscheid treffen. Von den Initianten wurde dementsprechend auch keine Machtbarkeitsstudien verlangt, sondern lediglich ein zehnseitiges Faktenblatt mit Angaben zu den wichtigsten Punkten.

Investoren zeigen Interesse

Es meldeten sich fünf Architekturbüros sowie private Investoren mit umfangreichen Projektideen. Darunter waren auch die beiden Zürcher Klubs FCZ und GCZ. Wie wir bereits im Oktober 2013 berichtet haben, unterzeichneten die beiden Fussballklubs mit dem Immobilienunternehmen Halter AG eine Absichtserklärung, in welchem sich beide Parteien bereit erklären ein neues, privat finanziertes Stadionprojekt gemeinsam vorantreiben zu wollen.

Im Oktober 2014 trafen sich die Investoren und Mitglieder der Arbeitsgruppe mit dem Finanzvorsteher und haben die Bau- und Betriebskosten der privaten Projektideen mit denjenigen des Projekts aus der Abstimmung vom 22. September 2013 verglichen. Aufgrund abweichenden Annahmen und Berechnungsformen, sowie unterschiedlich detaillierten Finanzierungsmodelle, konnte bis jetzt jedoch kein aussagekräftiger Vergleich gemacht werden. Daraufhin erklärte der Stadtrat an einer Medienkonferenz im November 2014, dass er die Rahmenbedingungen für den Investorenwettbewerb anpassen und flexibler gestaltet würde.

Die Credit Suisse hat alle drei Baufelder auf dem Hardturmareal der Stadt verkauft und somit wären sie frei für privat finanzierte Projekte (Wohnsiedlungen, Quatierplatz und andere Nutzungen), jedoch mit der Auflage, dass dort ein Stadium gebaut werden soll.

Zurück zum Anfang

Nun soll ein externes Fachbüro die Ausschreibung und Durchführung des Wettbewerbs verfolgen. Die Stadt und das externe Fachbüro werden gemeinsam die Wettbewerbsausschreibung erstellen. Die wichtigsten Rahmenbedingungen hatte der Stadtrat an der Medienkonferenz vom 5. November 2014 bereits festgelegt: "Der Anteil an gemeinnützigem Wohnbau muss mindestens demjenigen des städtischen Projekts entsprechen. Das gesamte Projekt soll städtebaulich, funktional und architektonisch sehr gut ins Quartier eingebettet sein, Freiräume für die Quartierbevölkerung ermöglichen, sowie eine verkehrsarme Nutzung aufweisen. Gemäss Hochhausleitbild sind auf dem Areal Hochhäuser bis zu 80 m Höhe möglich."

Karte wird geladen ...

Logo Westnetz