Freie Fahrt für den 8er

Das Zürcher Stimmvolk sagt mit 66 Prozent Ja zur Erschliessung der Kreise 5 und 4. Dafür spricht es den Kantonsbeitrag von 76,4 Millionen Franken.

Die SVP hatte mit ihrem Referendum im Kantonsrat keine Chance, das Volk stimmt dem Projekt deutlich zu und macht damit Bahn frei für die Tramverbindung über die Hardbrücke. VBZ-Direktor Guido Schoch im Westnetz-Intzerview zu den Vorteilen: "Es ist ein kurzes Stück Neubaustrecke, aber das erste Mal, dass wir mit einer Tramlinie das Gleisfeld überqueren und die Kreise 4 und 5 verbinden. Die Tangentialverbindung erlaubt, dass man vom Bahnhof Hardbrücke schnell nach Zürich West, aber auch an den Stauffacher und den Paradeplatz kommt. Der Bahnhof Hardbrücke ist ein sehr wichtiger Umsteigeknoten der Stadt – bereits heute haben wir rund 45’000 Ein- und Aussteiger. Etwa gleichviele wie heute im Bahnhof St.Gallen! Die SBB rechnet längerfristig mit einer Verdoppelung. Das wäre dann mehr als die Frequenz des Bahnhofs Genf. In der Vorlage für die Tramverbindung Hardbrücke sind darum auch 30 Millionen Franken für kapazitätssteigernde Massnahmen an diesem Bahnhof enthalten. All die Passagiere lassen sich nur mit einem Ausbau bewältigen. Schon heute sind die drei Buslinien überfüllt. Und weil man nicht mehr über den Hauptbahnhof muss, wenn man an den Stauffacher oder den Paradeplatz will, kommt es zu einer Entlastung des HB. Dort ist die Belastung ja sehr hoch, in der Bahnhofstrasse haben wir einen 1,5 Minuten-Takt, mehr geht da einfach nicht. Darum ist diese Tangentialverbindung ein so wichtiges Element für die Entlastung des Zentrums."

Trotz einem mehrheitlichen Ja der Kanton- und Stadtparteien hätte das Tram Hardbrücke auch scheitern können. Dies zeigte das Beispiel der letzten Tram-Abstimmungen in Bern und Basel. Einer der Hauptgründe waren die Kosten. Für den Politgeografen Michael Hermann war klar, dass die Kosten zum Knackpunkt der Abstimmung in Zürich werden könnten.

Es kam am Abstimmungssonntag aber anders: Das kantonale Stimmvolk will das Tram und setzt damit ein Zeichen für die Erschliessung des öffentlichen Verkehrs. Für die Stadt Zürich sei das ein Geschenk, sagt die Grüne Gemeinderätin Karin Rykart im Interview. Für sie ist es nun der richtige Schritt in die Zukunft. "Natürlich weiss man nicht, was in 20 Jahren sein wird, man muss sich auch anpassen können und Änderungen vornehmen. Zürich-West wächst rasant. Allein schon die Eröffnung des Toni-Areals bringt merklich mehr Leute ins Quartier. Viele wohnen nicht hier. Ein gutes ÖV-Netz ist unabdingbar, das braucht es in Zürich einfach."

  • Daniel Blickenstorfer 10.12.2014 16.24 Uhr

    Nachtrag: Selbst "Der Bauer aus Rafz" sagte mit 56.73% deutlich ja zum Tram. Die hier am 16.09.14 in den Raum gestellte Befürchtung roch von Beginn leicht überheblich... http://westnetz.ch/story/wenn-der-bauer-aus-rafz-ueber-eine-tramverbindung-in-zuerich-west-abstimmt

Karte wird geladen ...

Logo Westnetz