Die Demokratie ist los!

Thomas Islers Dokfilm macht Furore in politischen Milieus. Er leuchtet in die hintersten Winkel der Berner Parlamentsmechanik und disktutiert die Spannung zwischen dem Willen der Mehrheit und rechtsstaatlichen Prinzipien.

Direkte Demokratie ist auch komisch und so gibt es in Thomas Islers Film immer wieder etwas zu lachen. Wobei es weniger das Lachen über politische Gegner als über menschliche Eigenheiten, denn stellenweise ist die Perspektive eine ethnographische. Eigentlich aber geht es Isler darum, auszuloten, warum sich in der Schweiz die direkte Demokratie und der Rechtsstaat zuweilen in die Quere kommen.

Es stehen zwei Positionen im Raum: Blocher und Rechtspopulisten aus Europa sagen: Das Volk darf alles entscheiden, das Volk hat immer recht, das Volk macht nichts Falsches. Staatsrechtler und der Regisseur pochen auf einen Staat, der Völkerrecht und rechtsstaatliche Grundprinzipien über Volksentscheide stellt. Konkret wird das in der Debatte um die Ausschaffungs- und die Durchsetzungsinitiative, über die gerungen wird. Noch konkreter an der Frage, ob etwa ein kleiner Drogendelinquent, der in der Schweiz geboren ist und immer hier gelebt hat, automatisch ausgeschafft wird, wenn er ausländische Papiere hat.

Obwohl Isler einen Film in der Tradition engagierter Dokumentarfilme gemacht hat, kommen alle Seiten gebührend zu Wort und man erfährt in den 80 Minuten sehr viel über die Mechanik sowie die Menschen im Politbetrieb.

Sonntagsmatinee am 13. Sept, 11.30, im RiffRaff. Nach dem Film sprechen Regisseur Thomas Isler und die Nationalratskandidatin Min Li Marti.

Der Trailer und das Video-Interview mit Thomas Isler finden sich weiter unten:

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