Deutschkurse für alle

Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, hat mühe sich bei uns zu integrieren. Mit dieser Argumentation lancierten die Grünen einen Vorstoss, um ärmeren Menschen gratis Deutschkurse anzubieten. Heute stimmt das Parlament darüber ab.

Armut dürfe kein Grund sein, nicht Deutsch zu lernen, argumentieren die Postulanten Katharina Prelicz-Huber und Marcel Bührig von den Grünen. "Fremdsprachige", die auf Sozialhilfe angewiesen sind oder am Existenzminimum leben, sollen deshalb von gratis Deutschkursen profitieren. Der Stadtrat soll deshalb prüfen, wie die Deutschkurse angewendet werden sollen.

«Viele BewohnerInnen von Zürich, meist sind es MigrantInnen, möchten Deutsch lernen», heisst es im Vorstoss. Deutsch sei hier in Zürich ein wichtiger Schlüssel, um sich besser zu integrieren, mit Menschen in Kontakt zu treten, sich hier wohl zu fühlen. Deutsch zu können bedeute aber auch, beruflich weiter zu kommen. Dann zum Beispiel, wenn man sich weiterbilden wolle «und damit bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu haben».

Unkompliziertes Aufnahmeverfahren

Die Deutschkurse sollen bis zum Goethe-Zertifikat B2 angeboten werden. «Damit haben sie gute Kenntnisse der deutschen Sprache, können sich an Diskussionen beteiligen und (Zeitungs-)Texte verstehen», sind sich die Postulanten sicher. Besonders Motivierten soll ausserdem die Möglichkeit geboten werden, noch einen Schritt weiter, zum Zertifikat C2 zu gehen.

In der Stadt Zürich gibt es bereits Vergünstigungen in diesem Bereich. Doch das reiche vielfach nicht aus, begründen die Grünen Gemeinderäte. Wer am Existenzminimum lebe, müsse jeden Rappen zweimal umdrehen, bevor er ihn ausgibt. Deshalb sollen die Kurse ganz ohne Kosten verbunden sein.

Um davon zu profitieren, soll eine möglichst unkomplizierte Prüfung und Anmeldung erfolgen: «Die Kurskosten sollen auf einfachen Antrag und mit Offenlegung der Einkommens- und Vermögenswerte übernommen werden.»

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