Der Traum vom eigenen Imbiss

Bratwurst, Pommes, Goulasch – die kulinarische Vielfalt der zahlreichen Imbisse und Food Trucks in der Stadt lässt kaum zu wünschen übrig. Leider ist aber nicht jeder Snack auch eine Köstlichkeit, und so manche Frikadelle schmeckt eher wie ein Kohlebrikett mit Senf. Das könnte man doch sicher besser – gesagt, getan. Eine Kurzanleitung für einen eigenen Quartier-Imbiss in Zürich.

Betriebskonzept

Ohne ein klares Konzept geht gar nichts. Wichtigstes Ziel ist beim ausgiebigen Brainstorming, ein Alleinstellungsmerkmal (auch „Unique Selling Point“, kurz „USP“, genannt) für den eigenen Imbiss zu finden, um aus der Masse an bereits existierenden Buden hervorzustechen. Dafür sollte man sich vor allem folgende Fragen stellen: Was will man anbieten (Schweizerische Hausmannskost, exotische Delikatessen oder ein anderes beliebtes Takeaway?), wie soll der Stand gestaltet werden, was sind die Öffnungszeiten, wo soll er stehen und welche Zielgruppe will man bedienen?

Budgetplanung

Die Kosten eines Imbisses sind zwar nicht so hoch wie die einer Restaurantgründung, trotzdem muss für Stand, Küchenutensilien, Zutaten, Marketing und eventuell auch Personal das nötige Startkapital bereitstehen. Da der Umsatz je nach Tageszeit und Location stark schwanken kann, ist es durchaus sinnvoll, über einen mobilen Imbiss nachzudenken, um der Nachfrage einfach „hinterherfahren“ zu können. Grundvoraussetzung dafür ist entweder ein eigener oder gemieteter Kleinbus oder ein entsprechend umgestalteter Anhänger samt Auto mit Anhängerkupplung. Zwar sind die meisten Pkws von Werkseite her nicht damit ausgestattet, können aberbei einem externen Anbieter nachgerüstet werden.

Umsetzung

Je nach Kanton gibt esunterschiedliche rechtliche Voraussetzung, um einen eigenen Imbiss eröffnen zu dürfen. In Zürich benötigt man zwar keine gastronomische Ausbildung (ein sogenanntes „Wirtepatent“), um Speisen und Getränke auszugeben, dafür aber eine Betriebsbewilligung, die sich„Gastwirtschaftspatent“ nennt. Die Ausnahme stellen Kleinbetriebe mit nicht mehr als 10 Steh- oder Sitzplätzen dar. Was den fahrbaren Imbiss anbelangt: Diesen darf man nur auf privatem Gelände parken.

Betrieb

Ein guter Imbiss steht und fällt aber letztendlich mit dem Service: Der Stand muss gepflegt und hygienisch, das Essen lecker, kostengünstig und schnell serviert sein. Wartezeiten von mehr als 30 Minuten vergraulen auch den hungrigsten Gast. Wichtiger als bei jedem Nobelrestaurant ist aber die persönliche Komponente: Indem man für Konversationen oder den ein oder anderen Spass aufgelegt ist, unterhält man nicht nur die Laufkundschaft aus Touristen und Pendlern, sondern schafft sich auch eine Stammkundschaft aus Anliegern und Arbeitern, die in ihrer Mittagspause was Deftiges zwischen die Zähne haben wollen.

Bildrechte: Flickr Alley Burger Food Truck Calgary Reviews CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Karte wird geladen ...

Logo Westnetz