Den Stecker ziehen

Auch wenn die Sonne untergeht- in Zürich-West wird es nie wirklich dunkel. Sind die Strassenleuchten wirklich die ganze Nacht an? Wer ist für das Ein- und Ausschalten verantwortlich und was passiert, wenn der Strom ausgeht?

Plötzlich ist alles dunkel. Fast schon vergessen sind die schwarzen Stunden New Yorks. Wir erinnern uns: Am 14. August 2003 brach in der US-Metropole die Stromversorgung zusammen. Tausende Menschen steckten in U-Bahntunnels und Aufzügen fest, Verkehrschaos auf den Strassen, Flughäfen geschlossen, Brücken gesperrt. Bei Einbruch der Nacht fiel New York, die Stadt die niemals schläft, in eine fast gespenstische Ruhe. Erst am nächsten Tag kam die Elektrizität wieder zurück. Es war einer der längsten Stromausfälle in der Geschichte der USA und Kanada.

Geteiltes Manhatten, Blackout nach Hurricane Sandy 2012

Stromausfälle sind keine Seltenheit, dies beweist jüngst das Beispiel am vergangenen Freitag in Nordholland wo unter anderem das Ballungsgebiet Amsterdam lahm gelegt wurde. Es zeigt auf, wie sehr abhängig wir vom elektrischen Strom sind. Ohne Elektrizität bleibt es schwarz in der Stadt bei Nacht, Züge und Arbeit stehen still. Für viele ein Schreckensszenario, da der 24 Stunden Betrieb immer mehr zur Normalität wird. Wir sind Dauerverbraucher, egal wann egal wo, Strom gehört zu allem dazu. Klar ist, besonders für Städte ist dieses „Nahrungsmittel“ lebenswichtig. Gut funktionierende Stromnetze sichern eine rotierende Wirtschaft. Auch in Zürich bleibt das Licht an.

Die Strassenbeleuchtung

Wer abends mit dem Auto über die Hardbrücke fährt, fühlt sich fast schon wie in einer Weltmetropole. Nicht zuletzt wegen der magischen Beleuchtung des Prime Towers, den leuchtenden, weissen Pfeilen an der Bushaltestelle oder den riesigen Filmplakaten am Abaton. Zürich-West ist auch bei Nacht aktiv. Völlig normal und nebensächlich scheinen hier die Strassenlampen, welche die ganze Nacht über an sind. Das EWZ plant, installiert und unterhält die Beleuchtung im öffentlichen Raum der Stadt Zürich. Dies sind Strassen, Fuss- und Radwege sowie Plätze und verkehrsfreie Zonen. Marie Avet Unternehmenskommunikatorin vom EWZ sagt: „Nicht zu vergessen sind die Beleuchtung von Denkmäler, historischen Gebäuden und Kirchen.“

Haltestelle Hardbrücke

In Zürich-West ist dank dem EWZ am Limmatplatz oder dem Escher-Wyss auch morgens um drei noch Licht. Doch wie ist die Strassenbeleuchtung geregelt? Wer entscheidet wann das Licht an- und ausgeht? „Die Steuerung der Strassenbeleuchtung erfolgt jeweils über einen Dämmerungsschalter in den neun verschiedenen Quartier-Unterwerken“, sagt Avet. So kommt es vor, dass zum Beispiel links der Limmat die Leuchten früher einschalten als auf der rechten Seite des Flusses. Avet erklärt: „Auch in der Innenstadt wird wegen den hohen Häusern, wo weniger Tageslicht einfällt, die Beleuchtung früher ein- bzw. später ausgeschaltet.“ Somit ist das EWZ auch von Sommer- und Winterzeit unabhängig und beleuchtet die Strassen immer nach den Normen der Schweizerischen Licht Gesellschaft (SLG).

Wir alle kennen die Nachtaufnahmen der Erdkugel aus dem All. Die grossen Städte Europas sind auch nach Sonnenuntergang dank den grossen Lichtflecken deutlich auszumachen. Durch die Dauerbeleuchtung wird es also niemals wirklich dunkel, zumindest nicht wenn man sich in der Stadt aufhält. Gemäss einem Stadtratsbeschluss von 2007 darf in der Stadt Zürich weder einen Teil- noch eine Ganznachtabschaltung der Strassenbeleuchtung erfolgen. Dies sei zur Sicherheit der Bevölkerung und dem Strassenverkehr, so Marie Avet. Jedoch versucht man vermehrt auf bedarfsabhängige Steuerung zu setzen. „Die intelligente LED-Strassenbeleuchtung in Affoltern wird auf ein Minimum reduziert, wenn sich weder Personen noch Fahrzeuge in diesem Bereich aufhalten.“

Limmatplatz bei Nacht

Ein guter Anfang für mehr Energieeffizienz, dennoch wird der allgemeine Stromverbrauch immer höher. Mehr Wohnungen und Arbeitsplätze benötigen die zugehörige Infrastruktur. Diskussionen über die Art der Energiegewinnung bleiben aktuell. Neue Technologien sollen helfen den Energieverbrauch zu minimieren. In der Stadt Zürich gibt es rund 40‘000 Strassenleuchten. „Bei Neu- und Umbauten werden seit 2013 ausschliesslich LED Leuchten installiert. Momentan werden jährlich ca. 1000 Lampen auf LED umgerüstet.“

Da gibt es noch einiges zu tun. Spezielle Aktionen wie „the earth hour“ vom WWF vergangenen Samstag Abend, setzen ein Zeichen und wecken unsere Aufmerksamkeit selbst aktiv zu werden. Während einer Stunde wurden in verschiedenen Städten der Welt der Stecker gezogen. Der Eiffelturm in Paris oder das Opernhaus in Sydney waren für einmal nur als Silhouette zu erahnen. Zürich nahm an diesem Event ebenso teil. So wurde es in der Stadt plötzlich schwarz, auch wenn nur für eine Stunde. Danach war alles wieder wie gewöhnlich. Hell und klar wie immer.

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