Das Programm am Schauspielhaus Zürich

Theater war schon immer ein Spiegelbild der Gesellschaft – humorvoll, nachdenklich, liebevoll und kritisch. Die Stücke des Schauspielhauses Zürich erzählen von Widersprüchen in der Gesellschaft, von Humor, Aktivismus, Krieg, Heldentum, der in jedem steckt, von Heimweih nach dem Unbekannten sowie von der Liebe und dem Aberglauben, durch die die Menschen in der modernen Gesellschaft Halt suchen.

Heidi Klum nimmt ihre Milchzähne überall hin mit, Tennisprofi Rafael Nadal zieht seine Socken auf eine bestimmte Höhe hoch – die Menschen versuchen auch heute noch das Leben durch Aberglauben zu kontrollieren. So auch im Stück “Die grüne Katze”, in dem Bianca und ihre Freunde mit allen Mitteln das Glück zu beschwören versuchen – oder besser gesagt die Liebe, denn Bianca ist in Robert verliebt, doch Robert hat anderes im Kopf. Bianca und ihre beste Freundin Roxana holen ihren Schutzengel zu Hilfe. Flori beruft sich auf Beschwörungen und abergläubische Riten. Dani sucht währenddessen eine grüne Katze, durch die er sich wohler fühlt. Währendessen ist Biancas Ex-Freund krank vor Liebe und sucht bei Drogen Halt. Als sie sich alle im Club “President” treffen, nimmt das Schicksal eine neue Wendung. Ein Stück über die Suche nach einer Bestimmung im Leben.

aus dem Rumänischen von Ciprian Marinescu und Frank Weigand

Regie: Enrico Beeler, Bühne: Marc Totzke, Kostüme: Cornelia Koch, Musik: Simon Ho, Bewegung/Choreographie: Buz

Darsteller: Joachim Aeschlimann, Matthias Britschgi, Lotti Happle, Aaron Hitz, Sibylle Mumenthaler, Anna Schinz

Datum: derzeit nicht im Programm

By Pakeha - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44897623

Ke Witz! Bänz Friedli gewinnt Zeit von Bänz Friedli

Mit seinem gesellschaftskritischen und doch humorvollen Stück “Ke Witz” stürmt Bänz Friedli das Schauspielhaus Zürich, mit dem ihm nach seinem Werk “Gömmer Starbucks?”, für das er ausgezeichnet wurde, ein weiterer Erfolg gelungen ist.

Mal ernst, zum Nachdenken anregend, und mal wahnsinnig komisch – das Stück möchte beides sein. Es geht hier um den Widerspruch und den den Irrsinn, der sich in der heutigen Gesellschaft findet. Der Widerspruch findet sich beispielsweise in der modernen Technologie, die ein bequemes Leben verspricht, aber dann doch viel zu kompliziert ist. Das Stück ist ab 14 Jahren freigegeben.

Datum: 11. Juni 2016

Ein Volksfeind von Henrik Ibsen

Doktor Tomas Stockmann entdeckt, dass das Grundwasser in seiner Stadt verseucht ist. Die Schuld daran trägt ein Energiekonzern gegen den Doktor Stockmann nun vorgehen will. Und dafür erhält er von den Bewohnern der Stadt Lob und Anerkennung. Doch so einfach ist es dann doch nicht und Stockmann merkt, wie schwer es sein kann, sich für Demokratie einzusetzen.

Dietmar Dath, Dramatiker, Journalist und Autor, setzte das Stück um und liess Kritik an unserer modernen Gesellschaft mit einfliessen.

Regie: Stefan Pucher, Bühne: Barbara Ehnes, Kostüme: Annabelle Witt, Musik: Christopher Uhe, Video: Ute Schall

Darsteller: Tabea Bettin, Sofia Elena Borsani, Robert Hunger-Bühler, Isabelle Menke, Matthias Neukirch, Nicolas Rosat, Markus Scheumann, Siggi Schwientek, Becky Lee Walters

Datum: 3. Mai 2016

Der thermale Widerstand von Ferdinand Schmalz

Ferdinand Schmalz bringt es selbst am besten zum Ausdruck:

„wir sind schon lang auf kur. wir stehen sozusagen unter kuratel. die sorgen machen sich die anderen. wir sind umsorgt und das nicht schlecht. es gibt ein breites angebot an kuranwendungen. dampfbäder und massagen aller art. hier lässt man sich verwöhnen, hier kann man sich vergessen. und mit sich selbst vergisst man auch die sorgen, die diese aussenwelt uns machen könnte. heut kaufen wir uns ausnahmsweise eine zeitung, nur um das kreuzworträtsel aufzulösen. dann geht es wieder in die heissen schwefelbäder. kann sein, dass wir uns darin selbst auflösen, porentief gereingt und total erholt.

nur manchmal kommt es vor, dass dumpf ein lärm von draussen in die badehallen dringt, verhallt dann aber wieder schnell. das merkt sogar der lärm, dass hier sein stören gänzlich unerwünscht ist. doch heute scheints, liegt etwas in der luft. es ist der dampf durchschnitten von dem lärm. die ruhepause macht heut selber pause. und weil der lärm auch in uns drinnen jetzt zu hallen noch beginnt, der hallt da nach in uns, ist plötzlich eine unruhe auch in uns drin, ein unbehagen, unwellness, dabei ist uns entspannung doch versprochen worden. es zittern uns die hände selbst bei 35 grad, weil es noch immer lärmt da in uns drin. und zitternd greifen wir drum nach der zeitung jetzt, schlagen sie auf: es ist ein umbruch grad im gange, ein politischer, in diesem land, um das kurbad aussen rum.” (Ferdinand Schmalz)

Uraufführung

Regie: Barbara Falter, Bühne: Dominik Freynschlag & Grundraum Bettina Meyer, Kostüme: Noelle Brühwiler, Musik: Sandro Corbat

Darsteller: Klaus Brömmelmeier, Fritz Fenne, Dagna Litzenberger Vinet, Lena Schwarz, Siggi Schwientek, Jirka Zett

Datum: 3. Juni 2016

By Roybb95. - Own work., Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=205531

Oh My Sweet Land

Eine Frau kocht ein traditionell syrisches Gericht, das ihr ihre Grossmutter beigebracht hat, und denkt dabei an Ashraf, der allerdings leider verheiratet ist. Sie ist Deutsche und Syrerin, Ashraf ist Syrer. Sie sehnt sich nach der zweiten Heimat Syrien, die sie jedoch nie gekannt hat – wohl auch wegen Ashraf. Ashraf ist im Krieg verschwunden und sie macht sich auf den Weg, ihn zu finden. Sie sucht nach ihm in den verschiedenen Flüchtlingscamps im Libanon und in Jordanien und dabei trifft sie auf Menschen, die aus Syrien geflohen sind und die ihr ihre Geschichten erzählen. Diese sind mal düster, mal lustig und hoffnungsvoll und lassen zum Nachdenken anregen.

Ab 16 Jahren

Gastspiel Young Vic / Théâtre de Vidy, GB, CH

Auf Englisch mit deutschen Übertiteln

Festival Blickfelder

Datum: 11. und 12. Juni 2016

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