Das Metronom steht still

Während fünf Jahren war im Restaurant Alpenrose an der Fabrikstrasse 12, jeden dritten Montag im Monat Konzertabend. Zusammen mit Linda Vogel, Organisatorin vom Metronom, schauen wir zurück auf eine erlebnisreiche Zeit.

Wer mit dem Tram vom Limmatplatz Richtung Escher-Wyss unterwegs ist, dem fällt das Backsteinhaus an der Ecke Limmatstrasse/Fabrikstrasse ins Auge. Besonders das alt- grüne Schild über der Eingangstür mit der Aufschrift „Restaurant goldenes Schloss“ lässt erahnen, dass dieser Ort etwas einzigartiges ist. Wirft man einen Blick von aussen durch die filigrane Glaskunst an den Fenstern ins Innere, ist man zurückversetzt in die Zeit, als die Gaststube ihrem Namen noch gerecht wurde. Man fühlt sich sofort wohl.

Seit 2010 konnte man im Restaurant Alpenrose, wie sich das Lokal seit der Übernahme vor über 20 Jahren von Tine Giacobbo und Katharina Sinniger nennt, einmal im Monat ein gemütliches Abendessen mit Live Musik geniessen. Linda Vogel war seit der ersten Stunde der Konzertreihe Metronom dabei. „Wir hatten insgesamt 47 Konzerte, welche alle hauptsächlich von Schweizer Künstlern geprägt waren.“ Sehr häufig kamen auch Zürcher Bands auf Besuch in die Alpenrose. Einzige Ausnahme waren eine Musikband aus Strassburg und ein Violinist aus New York, der durch die Bekanntschaft von Zürcher Freunden sein Weg ins Quartier gefunden hat.

„Unser Motto war es immer lokal zu bleiben, so wie auch das Essen hier aus regionalen Produkten hergestellt wird “, erzählt Linda. „Neben den Konzerten veranstalteten wir einen Stummfilm-Abend und ein anderes Mal gab es eine Lesung bei uns.“

Die Idee regelmässige Konzertabende zu planen, entstanden aus dem Team des Restaurants Alpenrose. „Das Lokal ist einfach wunderschön und hat eine gute Atmosphäre. Es ruft einfach danach diese Räume zu bespielen“, so Linda. Nach den ersten Auftritten, habe alles so gut funktioniert. Es sei spannend gewesen die Abende zu organisieren. „Die Räumlichkeiten bieten Platz für viele Leute, dennoch bleibt es im intimen Rahmen.“ Eine Tatsache, die viele der Schweizer Musiker sehr schätzten und sogar dazu führte, dass Linda einigen Auftrittsanfragen absagen musste. Innerhalb von kurzer Zeit hat sich das Metronom unter den Künstlern rumgesprochen. Leider ist die Konzertidee seitens des Publikums weniger zum Selbstläufer geworden. „Die Anzahl der Besucher war sehr schwankend und abhängig von unseren Bands.“

Trotz allem waren die Rückmeldungen von allen Seiten her immer sehr positiv. Dies war auch der Ansporn, das Metronom weiter zu führen. „Die Musiker haben sich bei uns sehr wohl gefühlt und sind mit Freude bei uns aufgetreten“, sagt Linda. Sie wisse, wie wichtig es für einen Künstler sei angenehm behandelt und empfangen zu werden. Schliesslich spielt Linda selbst Harfe und ist momentan in Planung einer Zusammenarbeit mit Franziska Brücker von Mad Girl.

Es gab viele kleine Überraschungen von unbekannten Bands, welche die Alpenrose mit ihrer Musik bereichern konnten. Nach fünf Jahren, sei dennoch der Entscheid gefallen, die Konzertreihe zu beenden. „Auch wenn die Abende nur einmal pro Monat stattfanden, gab es immer viel zu tun.“ Die finanzielle Planung und Organisation war nicht immer ganz einfach, zumal die Gagen der Bands hauptsächlich über das Essen finanziert wurden. Speziellen Eintritt für die Konzerte wurde nicht erhoben und erst später eine Kollekte eingeführt. Mittlerweile sei in Zürich immer so viel los, dass schlichtweg die Energie Überzeugungskraft zu leisten, etwas nachgelassen habe. „Musikalisch konzentriere ich mich wieder vermehrt auf meine eigenen Projekte“, sagt Linda.

Einem guten Kaffe oder Abendessen in der Alpenrose steht dennoch nichts im Wege. Die Zeit der Gaststube steht noch nicht still.

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