Lichtsignale für Velos

Bei den Bushaltestellen auf der Hardbrücke hat es wenig Platz zum Warten. Und doch wollen Passagiere, Velofahrer und Fussgänger möglichst schnell vorbei. Dies führt zu brenzligen Situationen.

Der Velofahrer kommt vom Hardplatz her und will über die Hardbrücke nach Zürich-West. Auf der Rampe hat es genug Platz und es ist übersichtlich: freie Fahrt. Auf der Brücke fährt er an den unzähligen abgestellten Fahrrädern vorbei, bis die Bremsen quietschen. Gerade ist an ihm ein Bus vorbeigefahren, der nun an der Haltestelle Bahnhof Hardbrücke Passagiere ein- und auslädt. Der Velofahrer schlängelt sich durch die Passanten, bis er die Bushaltestelle hinter sich lässt.

Solche Situationen sind auf der Hardbrücke tagtäglich anzutreffen. Weil gleich mehrere Verkehrsteilnehmer an diesem Punkt gleichzeitig von A nach B wollen, ist es dort zudem auch sehr gefährlich. Das soll sich ändern, sind sich Politiker von links bis rechts einig. Doch wie? Im Gemeinderat haben Markuss Knauss (Grüne) und Guido Trevisan (GLP) ein entsprechender politischer Vorstoss eingereicht. Sie wollen das Chaos mit sogenannten Lichtinseln entwirren und damit für mehr Sicherheit sorgen.

Widerstand in Basel

«Das Konzept sieht im Wesentlichen vor, dass den Velofahrenden eine ungestörte Fahrgasse am äusseren Rand des Wartebereiches vorgegeben wird, solange kein Bus die Haltestelle bedient», schreiben die beiden in ihrem Postulat. Fährt ein Bus ein, müssten die Velos anhalten und den Bus-Passagieren den Vortritt gewähren. Eine solche Lichtinsel sei kein Novum. So werde es bereits in Kopenhagen erfolgreich eingesetzt, heisst es weiter. So weit muss man aber nicht gehen.

Lichtsignale für Velos auf der Hardbrücke?

In Basel hat das Bundes-Verkehrsdepartement UVEK bei einer ähnlichen Haltestelle ebenfalls eine Lichtinsel vorgeschlagen. Die Verkehrsbetriebe befürchten in Basel mit einer solchen Anlage die Sicherheit ihrer Passagiere gefährdet. Interessant: der VCS beider Basel hält solche Lichtinseln für «grundsätzlich gefährlich». Im VCS ist auch Postulant Markus Knauss. Der Co-Geschäftsführer der Sektion Zürich stützt sich bei seinen Einschätzungen für die Hardbrücke auf eine Einschätzung des Ingenieurbüros, das bei der Erstellung eines Veloweges über die Hardbrücke die zuständige Kommission im Gemeinderat beraten hat.

Bevor eine solche Lichtinsel, wie sie in Basel heftig diskutiert wird, auf der Hardbrücke gebaut werden kann, muss sie zuerst im Parlament und Stadtrat diskutiert werden.

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