AUF MUSIKALISCHER SCHATZSUCHE

Am 26. März startet die 18.Ausgabe des Musikfestivals m4music mit grossen Namen wie Nneka, Awolnation, SOHN, Jungle und anderen gefeierten Neuentdeckungen der Indie, Rock und Pop-Ära. Während drei Tage können sich Musikamateure zwischen Schiffbau und Moods auf musikalischer Schatzsuche begeben.

Wenn die Tage länger werden und die Nächte wärmer, dann ist die Zeit reif für Festivals. Mit der Sonne kommt wieder mehr Musik ins Quartier. m4music, das Festival des Migros-Kulturprozent, ist der Treffpunkt der internationalen und eidgenössischen Popmusikszene.

Auch 18 Jahre nach seiner Gründung ist das Festival immer noch eine gute Adresse für Musikbegeisterte. Mittlerweile ist es bekannt als Fundgrube neuer Talente. Das Publikum wird eingeladen, eine breite Palette von Musik fernab des Mainstreams zu entdecken. Auch dieses Jahr haben die Organisatoren verheissungsvollen Newcomers den Weg auf die Bühnen im Schiffbau, Moods und Exil geebnet.

Zum musikalischen Auftakt laden am Donnerstagabend m4music und Couleur 3 in die Radiostudios. Zu hören wird es drei Sets geben, welche von Couleur 3, Virus und Rete Tre in die verschiedenen Schweizer Sprachregionen übertragt werden. Die Studios werden Showcases von SOHN, Puts Marie, Muthoni und anderen KlangtüftlerInnen spielen.

Die Konzertreihe beginnt am Freitagnachmittag. Den Anfang macht die Luzerner Indieband "The Weekend Phantom". Während je einer Woche im Winter und Sommer 2014 schrieben und produzierten die geläuterten Lo-Fi-Puristen ihr zweites Album «Bad Ideas Make Great Stories» und knüpfen damit an den unabhängigen Geist der US-Lo-Fi-Produktionen der späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahre an. Am gleichen Abend steht mit Lo & Leduc eines der zur Zeit meist gelobten Schweizer Rap Duos - und das zu Recht- auf der Bühne. Auf ihrem Album «Zucker fürs Volk» – produziert vom Zürcher Dodo – mixen die beiden Berner Rap mit tropischer Elektronik zu Hits wie «Blaui Peperoni» oder «All die Büecher».

Freunde von hymnischen und doch verzettelten Synth-Rock-Songs dürfen sich auf Awolnation freuen. Der gebürtige Amerikaner mag französische Abgänge – "weil es einfacher ist, zu verschwinden, ohne sich zu verabschieden". Pünktlich zu seinem Konzert am m4music erscheint sein zweites Album. Mit Hits wie "Sail" wird der progressive Nostalgiker seine musikalische Visionen übertragen.

Enge Lederjacken, rauer Blues Rock'n'Roll: Akustisch wie optisch verortet man The Black Box Revelation zunächst intuitiv im Mutterland von der Rock'n'Roll Legende Elvis Presley. Doch diese Wahrnehmung ist trügerisch. Die ungestüme Gruppe stammt nämlich aus dem flämischen Dilbeek in Belgien und hat mit ihrem dunklem Detroit-Garage-Style auch schon Rock-Titan Iggy Pop begeistert, der sie gleich auf Supporttour einlud.

Für angenehme Momente kurz nach Mitternacht dürfte der Zürcher Reza Dinally sorgen, welcher mit «Depths of Montmartre» ein monumentales Debüt veröffentlicht hat.

Auch wenn der erste Konzerttag ganz im Zeichen nationaler Musik (Klischee, From Kid, High Heels Breaker, Stevans, The Gardener & The Tree u.a.) zu stehen scheint, finden sich auch internationale Überflieger im Programm. Zum Beispiel wäre da die Goth-Pop Prinzessin Zola Jesus, welche wegen ihrer ätherisch hohen Stimme immer wieder gerne mit Kate Bush verglichen wird. Oder die britische Rockband Lonely The Brave, die zum allersten Mal überhaupt auf einer Schweizer Bühne stehen wird.

Mit Musik von Bilderbuch, Sizarr (die haben endlich ihr langerwartetes zweites Album veröffentlicht!), Is Tropical, Sincane, ist der letzte Festivaltag schon etwas internationaler angehaucht. Doch natürlich werden auch am Samstag helvetische Neuentdeckungen (James Gruntz, Rival Kings, Missue) die Räume mit ihrer Musik erfüllen. Mit der preisgekrönten Soulsängerin Nneka und dem dänischen Wunderkind MØ schliesst das Festival mit zwei globalen Stars ab.

m4music wird auch dieses Jahr seinem Ruf als Musik-Mekka der Newcomers, Puristen, Pop-Rock-Indie- und Elektrowissenschaftler gerecht. Aber wie so oft hat der Erfolg auch so seine mühsamen Seiten. Am letzten m4music kamen beinahe 7000 Besucher ans Festival, also Dichtestress pur! Zum Teil musste man fast eine halbe Stunde anstehen, um überhaupt noch in ein laufendes Konzert gelassen zu werden. Aber das gehört nun mal zu einem Festival dazu. Es ist doch so, dass der halbe Spass schon darin besteht sich aufzuregen, dass man zu lange angestanden ist, sich dann doch freut über eine neue Band gestolpert zu sein, um danach ein bisschen bei denen die's verpasst haben zu prahlen, dass man sie live sehen durfte. Bevor sie so unglaublich berühmt wurde! Das ist doch so.

Die 18. Ausgabe von m4music findet vom 26. bis 28. März 2015 in Zürich und Lausanne statt.

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