OVERSEXED BUT UNDERFUCKED

Die freie Meinungsäusserung in einem anonymen Umfeld, verweigert sich einem konstruktiven Dialog...

Als Entwickler, Betreiber und Verantwortlicher von strichplatz.ch habe ich letztes Jahr einen Schlussstrich unter das Experiment gezogen.

Was trotzdem jeden Monat tausende von Besuchern auf der Homepage zum verweilen bringt, kann daher nur spekuliert werden.

Liegt es an der nach wie vor fehlenden Transparenz dieser Schattenwelt?

Ist es die Neugier, sich einem Tabu ganz ungezwungen vom PC her zu nähern?

Ich kenne die Antwort nicht. Persönlich – kann ich nur sagen, dass die Plattform eine Chance war und ich leider chancenlos die offiziellen Organe davon zu überzeugen.

Der Strichplatz brummt

Das Archiv

strichplatz.ch wird als Archiv seiner selbst online bleiben. Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

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Persönlich betrachtete ich die Seite immer als ein Experiment ohne bestimmte Hypothese, um eine bis dahin nicht beobachtete Situation herbeizuführen und sich vom Ergebnis überraschen zu lassen.

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Die grösste Arbeit im Forschungsdesign hatte dabei die Homepage selbst eingenommen.

Das Design der Webseite sollte die Besucher animieren um Fragen, Meinungen oder Erlebnisse zum ersten Strichplatz der Schweiz zu äussern. Das Logo wurde den Wegweisern zum Platz nachempfunden und durch ein rosa Kondom ergänzt. Das Layout, die Navigation und die einfachen Piktogramme wurden farblich dem Thema angepasst.

Die Seite wurde so programmiert, dass es den Nutzern möglich war, anonyme Beiträge ohne eine Registrierung zu erstellen.

Die dadurch verschleierte Urheberschaft führte zu erwartet primitiven Äusserungen, Kommentaren und ihrem entsprechenden Echo.

Überraschend war die Entdeckung in wie weit sich die Autoren ans vorgegebene Thema hielten. Der Austausch über den Strichplatz schien ein echtes Bedürfnis nach Informationen zu spiegeln. Die thread-artige Ausgabe der Beiträge führte zur schnellen Überlagerung der einzelnen Kommentare, zu ähnlichen Fragen und schlussendlich redundanten Inhalten.

Dem Projekt wurde von Anfang an unterstellt, es sei unnötig, pubertär und voyeuristisch. Die Seite sei eine Plattform für Freier, Spanner und Sexisten.

Aber widerspiegeln nicht zuletzt die 1500 Kommentare das Zerrbild unserer Gesellschaft im Umgang mit der Prostitution?

Moralische Zwischenfrage:

  • Dürfen die Dienstleistungen von Sexarbeiterinnen öffentlich besprochen werden?
  • Dürfen sich Kunden öffentlich über ein Angebot austauschen?
  • Sind Freier keine Kunden?
  • Ist es falsch, hinzusehen, nur weil alle wegschauen?
  • Hilft es den Arbeiterinnen, wenn wir wegschauen?

Ist mit dem Verweis auf das älteste Gewerbe der Welt wirklich alles gesagt?

Schlussfolgerung

Die Webseite ist daran gescheitert, die offiziellen Betreiber des Platzes zu involvieren.

Das Experiment legt folgende Hypothese nahe:

Die freie Meinungsäusserung in einem anonymen Umfeld verweigert sich einem konstruktiven Diskurs und führt schlussendlich nur zur Unterhaltung der Zielgruppe mit seinen Schaulustigen.

THE END

  • Nadja Hinckel 22.8.2015 11.01 Uhr

    SCHLIMM! ganz ganz schlimm wer diesen freiern eine plattform bietet!
    Hier werden familienväter zu tätern, betrügen ihre ehefrauen und bringen krankheiten in gesunde familien.

    FREIER SIND SCHWEINE

    ich weiss schon dass sex heute anders gelebt wird und es der gesellschaft an vorbildern fehlt und schluss am ende auch an moral. Doch egal wie ich es drehe, es bleibt menschenverachtend ob in boxen oder öffentlich am sihlquai.
    Ich setzte mich für die rechte der frau ein und kan nur sagen:

    "ES IST EIN MÄNNERPROBLEM"

    sie sind es die ihren schwanz nicht in der hose behalten können.
    - am liebsten doch verschleiert damit eure primitiven triebe nicht gereizt werden?

    Dank sammenbanken und in vitro fertilisation braucht es euch schon lange nicht mehr.

    Prostitution ist und bleibt ein problem der männer, ein problem für das wiedermal wir frauen den kopf (tschuldigung arsch) hinhalten sollen.

    PFUI

  • Ralf Küenzle 22.8.2015 17.48 Uhr

    Ach Nadja warum so streng?
    Ich habe schon öfters Dienste der Damen in anspruch genommen und kann dir versichern damit nicht die Gesundheit meiner Familie aufs Spiel gesetzt zu haben.

    Wie auch immer, es ist eine Wirtschaft und es herrscht Angebot und Nachfrage. Ich finde den Strichplatz sehr guet- selber gehe ich aber nicht auf die Strasse sondern in ein anständiges Puff.
    - Mit Bett und Dusche

    LG. Ralf

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