ADVENT MIT FRAU GEROLD

Weihnachten? Geschenke? Advent? Das liegt doch noch weit entfernt, oder? Nicht für Frau Gerolds Garten: Das „Zürcher Wienachtsdorf am Bellevue“ auf dem Sechseläutenplatz hält die Organisatoren bereits jetzt auf Trab. Das erste Mal veranstaltet Frau Gerold einen Weihnachtsmarkt, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

120 Holz-Chalets auf dem Sechseläutenplatz, strassenförmig angeordnet: Am Donnerstag, 19. November zündet das „Wienachtsdorf“ direkt zwischen dem Opernhaus und dem Bellevue seine Lichter an. Der effektive Aufbau der rund 80 Design- und 40 Foodstände beginnt zehn Tage vorher.

„Wienachtsdorf“ by night: In einem Monat real auf dem Sechseläutenplatz. (Skizze: ZVG)

Einen Weihnachtsmarkt dieser Grösse zu veranstalten gibt einiges zu tun. Auch in Anbetracht der 120 Chalets, die inklusive Innenausstattung eigens für das „Wienachtsdorf“ angefertigt werden. Die grösste Herausforderung für die Organisatoren stellt die gesamte Infrastruktur dar, welche von der Bewilligung bis zur Technik viel Aufwand beansprucht.

Das erste Mal

Für die Betreiber von Frau Gerolds Garten ist es das erste Mal. Für alle der Hauptmitwirkenden sind Weihnachtsmärkte Neuland. Patrick Isler ist Geschäftsführer und Mitinhaber von Frau Gerolds Garten. Die Idee ist mit der „zündenden Kraft“ und Leitung des Projekts Frau Gerold alias Katja Weber entstanden, sowie mit Vanja Kukleta, die mit Katja den Montagsmarkt betreibt.

Patrick Isler von Frau Gerolds Garten, hier in der warmen Winterstube

Zur Unterstützung konnten weitere Interessenten miteinbezogen werden: Die miteinander gmbh und die Maag AG, Partner von Frau Gerolds Garten, unterstützen das Vorhaben. Den Zuschlag zur Durchführung hat das Projekt im Frühjahr von der Stadt erhalten, nachdem es sich gegen elf Konkurrenten als Ergänzung der Zürcher Weihnachtsmärkte durchgesetzt hat.

Dass Frau Gerolds Garten das Projekt lanciert hat, schaffte insofern Vorteile, als dass sich der Stadtgarten in den letzten Jahren durch die Nähe zum Zürcher Tourismus und der Interaktion mit der Stadt erfolgreich etablieren konnte. „Die Erfahrungswerte sind grösser, deshalb haben wir das Projekt als das von Frau Gerolds Garten eingeschickt“, sagt Patrick.

Holzofen der Winterstube an der Geroldstrasse 23

Die Holzchalets werden aus Altholz produziert. Durch das sogenannte Upcycling werden Materialien für das „Wienachtsdorf“ aufgewertet oder wiederverwertet. „Das hörst sich immer einfacher an, als es ist“, meint Patrick, denn in so kurzer Zeit so viel zu produzieren, sei kein Klacks.

Ungarische Langos und Züri-Gschnätzlets

Patrick nennt neben der Infrastruktur einen weiteren Hauptaspekt des Projekts: „Neben den 1000 Schnittstellen mit Strom, Heizung oderAbwasser kommt der Gastrobereich als wichtiger Posten dazu." Er selbst wird in der Küche des Hauptchalets die Kochlöffel schwingen und mit zwei weiteren Profis die Gastroleitung übernehmen. 200 bis 300 Leute können im Chalet verköstigt werden.

Bild: ZVG

Im Zentrum soll nationales und internationales Flair stehen: Wo eignet sich dies besser, als auf dem Sechseläutenplatz im Kreis 1 in der rechtsufrigen Zürcher Altstadt? Für Patrick ist ein Weihnachtsmarkt auf diesem historischen Platz eine grosse Chance. Um die „Zürichness“ hervorzuheben und auch etwas für die Stadt zu tun, wird auf „Zürcher Food“ gesetzt, auf Züri-Gschnätzlets, Zürcher Fondue und Zürcher Wein. Wobei auch ausländische Speisen wie venezolanische Weihnachtsspezialitäten, vietnamesische Sandwiches und ungarische Langos angeboten werden.

„Zürcher Wienachtsdorf am Bellevue“ am Tag (Skizze: ZVG)

Für den Ausgleich zum Essen sei für Auslauf gesorgt. So lädt die täglich geöffnete Eisfläche auf dem Sechseläutenplatz ein, die Schlittschuhe auszupacken und sich aufs Eis zu wagen – etwa zum Eisstockschiesse. Die Essensstände und die Eisbahn sind bis 22.00 Uhr, am Sonntag bis 20.00 Uhr geöffnet.

Der Sechseläutenplatz: Im Oktober noch ohne Eisfläche.

Urbanität trifft auf Weihnachtsstimmung

Für Kontraste sorgte Frau Gerolds Garten bereits bei der Entstehung im Juni 2012 selbst: Die urbane Oase mit Gemüsebau und Kräutergarten macht sich bis heute gut inmitten des Industriegebiets neben dem Primetower. Inwiefern wird man Frau Gerolds Garten bezüglich Dekoration und Gartenwirtschaft im „Wienachtsdorf“ wiedererkennen? Die Winterstube lädt zwar in ein heimeliges Ambiente ein, der urbane, industrielle Stil von Frau Gerolds Garten mit Containerkomplex und Co. erscheint nicht als die weihnachtlichste Advents-Deko schlechthin. Das sieht auch Patrick so. „Wir haben trotzdem überlegt, einige Teile von der Dekoration zu integrieren“, sagt er, wobei das „Wienachtsdorf“ allgemein mit warmen Materialien wie Holz und Naturprodukten aufgebaut würde. „Das mit dem kalten Industriellen zu verbinden, ist schwierig, wir werden daher nichts eins zu eins übernehmen.“

Eingang von Frau Gerolds Garten an der Geroldstrasse 23

Im Moment haben die Organisatoren unter anderem noch mit Akkreditierungen für die Aussteller zu tun. Klassische Weihnachtsgeschenke, Designobjekte, Wohn-Accessoires, auch Nischen werden am Markt angeboten. Dabei nehmen viele Designer, Verkäufer und Aussteller von den Herbst- und Frühlingsmärkten teil, die Frau Gerolds Garten jeweils „bei sich zu Hause“ an der Geroldstrasse 23 veranstaltet.

Frau Gerolds Garten im Oktober

Man darf sich also in Zürich auf eine Abwechslung von den Weihnachtsmärkten am HB und im Niederdörfli freuen. Auf Schlemmerei und geselliges Beisammensein in neuem Format, auf romantische und – okay, wahrscheinlich auch geschäftige Weihnachtsatmosphäre. Gut, sich wie die Struktur des „Wienachtsdorf“ selbst, „von Null aus“ von dem neuen Projekt von Frau Gerolds Garten berauschen zu lassen.

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